Sandra Strüber – Designachten-Macherin

Sandra Strüber kommt eigentlich aus dem Pott, genauer gesagt aus Duisburg. Sich selbst beschreibt sie als eine Kreuzung aus einer Paprika und Cevapcici oder Duisburger Balkan Pop (ihre Eltern stammen aus Ungarn und Bosnien).
Humorvoll, schlagfertig und warmherzig fallen mir spontan zu ihrer Person ein. Sie ist offen und ehrlich und hat ihre Warmherzigkeit aus dem Pott „hart aber herzlich“ – wer erinnert sich nicht mehr an Schimanzki Tatorte ?! –  beibehalten. Wer 
im Umgang Samthandschuhe erwartet, ist bei ihr falsch; kann sich aber sicher sein, dass ihm / ihr geholfen wird.

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© Sandra Strüber

Sandra, welchen Beruf hattest Du, bevor Du Organisations-Talent und Ausrichterin von Designachten + weiteren Märkten (z.B. DesignWerk) wurdest – was hast Du mal erlernt / ausgeübt?

Oh – doch so einiges … u.a. Stewardess, Klofrau, Türsteherin, kettenrauchende Promotorin für Zigaretten-Promotion. Studiert habe ich mal Fremdenverkehrsgeografie bis zum Vordiplom, gelernt habe ich Werbekauffrau und schließlich das Studium als Diplom Grafik-Designerin an der FH abgeschlossen. Aber vor allem waren es oben genannte Jobs, die mein Leben während meines  Studiums schön bunt gemacht haben.

Angestellt – ist das ein Thema für Dich?

Ne, dat krieg ich nicht mehr hin, ich bin zu freiheitsliebend und kann nur mit mir als härtestem Chef und Sparringspartner umgehen. Ich muss alle meine Ideen immer selber sofort umsetzten können – da passe ich nicht in einen organisierten, geregelten Betrieb.

Was ist deine große Leidenschaft?

Style Hannover Sandra Strüber 02 - Sandra Strüber - Designachten-Macherin
© Sandra Strüber

Reisen. Ich werde am 18. Dezember, nach Designachten in Hannover – und einem anstrengendem Jahr, mit extremen Herausforderungen –  gemeinsam mit meinem 3-jährigen Sohn für drei Monate durch Indien reisen.

Du bist selbst Designerin? Wie bist du auf die Idee mit Designachten gekommen?

Ich hatte früher einen Laden im Rahmen von DRESS UP in der Deister Straße, musste dann aber immer mit meinen selbst genähten Taschen und Geldbeuteln (Upcycling Sachen aus alten Luftmatratzen) nach Berlin, Hamburg oder sonstwohin, um sie auf Märkten zu verkaufen. Ich habe mich dann entschieden, denn die Märkte waren weder liebevoll noch gut für mich, selber Märkte zu organisieren – es besser zu machen. Es ging mir darum, dass sowohl ich mich, als auch meine Aussteller sich wohl fühlen sollten. Es sollte eine Familie entstehen und das habe ich mit der Designachten-Familie auch geschafft.

Seit vielen Jahren gibt es Designachten in Hannover – wie hat alles begonnen – wo stehst Du heute?

Seit neun Jahren gibt es Designachten in Hannover, seit drei Jahren in Hildesheim und seit diesem Jahr auch in Celle : ). Ich werde mittlerweile von den Städten im Umkreis angesprochen, die ihre Stadt bunter und jünger machen möchten und freue mich natürlich über diese Ansprache. Richtig groß geworden ist Designachten im SofaLoft – da kennen wir beide uns ja auch her. Und da unsere fruchtbare Zusammenarbeit dort nicht mehr laufen kann, habe ich mich natürlich nach anderen Locations umgeschaut. Dieses Jahr gibt es Designachten im HOTEL WIENECKE, was auch einen tollen Rahmen bietet und v.a. eine gute Verkehrsanbindung.

Was motiviert dich Designachten Jahr für Jahr neu auszurichten? … und wo bekommst Du die Designer / Aussteller her? Es sind ja immer wieder neue Entdeckungen bei Dir zu machen.

Tatsächlich ist mein Ruf so gut, das ich keine Werbung machen muss und die Designer immer wieder bei mir mitmachen wollen. Ich bin darüber sehr glücklich und jedes Jahr fühle ich mich so, als würde meine Familie in mein Wohnzimmer kommen, um mein Leben bunt zu machen. Ich bin unendlich dankbar dafür, dass es so viele tolle Menschen gibt, die so besonders sind. Ich hoffe immer, dass Sie von den Märken (über)leben können und sich der Trend nach Nachhaltigkeit vergrößert. Ich denke es ist einfach wichtig, dass die Konsumenten bei den kleinen Designern und Künstlern kaufen, sodass diese weiterhin solche wundervollen Arbeiten machen können. Ich bin echt ihr größter Fan. Schön ist, dass gerade Hannover ein mega treues Publikum hat, was immer wieder kommt, um diese tollen Sachen zu zelebrieren. Danke dafür allen Designachten-Freunden.

Wie lange brauchst Du, um so einen Design-Event zu organisieren, als One-WOMann-Show? Was machst du, wenn Designachten vorbei ist, den nächsten Event planen – oder auch mal eine Auszeit?

Ich brauche ein paar Monate für die komplette Vorbereitung einer Veranstaltung – und Du hast Recht: Im Grunde bin ich ein One-Woman-Show, aber mit fleißigen Helfern, die an den Tagen wunderbar unterstützen. Nach dem letzten Event breche ich aber immer erst einmal kurz zusammen – dann packe ich die Koffer und es geht auf in die weite Welt. Meinen Sohnemann nehme ich mit – noch können wir das so machen – mit Strand, Seele baumeln lassen, Yoga und immer mit Eimer und Schippe unterwegs. Dieses Mal, wie gesagt, fahren wir für 3 Monate zusammen nach Indien.

Was verbindest du mit Hannover bzw. welche Bedeutung hat Hannover für dich?

Ich liebe Hannover und fand hier das erste Mal ein Zuhause, auch wenn ich vor 2,5 Jahren nach Arnum an den See gezogen bin, freue ich mich auf die Stadtnähe und die offenen Leute. Ich kann mir nicht vorstellen woanders zu wohnen.

Welches sind deine Lieblingsorte in Hannover und warum? 

Style Hannover Sandra Strüber 03JPG - Sandra Strüber - Designachten-Macherin
© Sandra Strüber

Wow, zu viele: In der Nordstadt hat sich vieles mit Herz getan, das ist prima, besonders auf dem Engelbostler Damm gibt es viele tolle Läden: Vallintage,  24 Grad Kaffeerösterei, Mascha Kascha – schöne Bücher. Ich weiß gar nicht, wo ich da anfangen soll… auch in Linden bin ich immer noch gerne. Wenn ich Zeit habe … ich liebe das Eis von Frioli, Lola (den kleinen Laden von meiner Freundin Caro am Lichtenberg Platz) und das leckere Essen beim Vietnamesen auf der Limmer Straße. Auch die List ist so besonders mit den kleinen Läden wie:“mooimoin Vintage Shop“ oder der Markt am Donnerstag Nachmittag. Ich weiß gar nicht, wo soll ich da anfangen???

Beschreibe Hannover in 4 Adjektiven?

  • wunderschön
  • großzügig
  • treu
  • liebenswert

Was ist für dich der STYLE von Hannover?

Eine Menge Leute, die ohne in der Öffentlichkeit zu stehen, wahrlich eine Menge bewegen. Ich durfte in Hannover viele Menschen kennen lernen, die einfach machen – so wie Ihr mit dem Blog STYLE-Hannover. Eine wunderbare Bereicherung, um Hannover noch besonderer zu machen und das, was besonders ist auch zu zeigen!

Viele Menschen, die ich in Hannover kenne, sind dankbar für die schönen Dinge im Leben – eine wahre Kunst. Und ich probiere das auch täglich zu sehen, auch in schweren Zeiten, das lässt mich immer weitermachen und motiviert mich auch mein Ding durchzuziehen.

Ein herzliches Dankeschön für dieses offene und lebendige Interview. Wir wünschen dir und deinen Designern viele interessierte Besucher am kommenden Wochenende bei Designachten im HOTEL WIENECKE. … und im Anschluss friedvolle und entspannte Wochen mit deinem Sohn in Indien – WOW!


Sandra Strüber
Am Moritzberg 29
30982 Pattensen

Tel.: 05101 855 18 68
Mail: sandra@designachten.com


 

Ina
Ina

Ich komme aus Berlin, lebte in New York und Paris und landete der Liebe wegen in Hannover. Anfangs schien mir Hannover klein und langweilig – vielleicht sogar etwas dröge. Nach 25 Jahren weiß ich: Hannover ist eine Stadt voller Lebensqualität und Vielfalt! Und darüber wollen wir berichten, auf unserem Hannover-Blog „STYLE Hannover“. GROSSARTIG, dass sich begeisterte Mitwirkende fanden!