Robert Packeiser: Pädagoge, Künstler und … Playmobil

Robert Packeiser hat ein eher ungewöhnliches Hobby. Er gestaltet aus Eigenkreationen und Produkten bekannter Spielzeug-Marken, wie Playmobil, geschichtliche Miniaturwelten. Dabei werden wichtige Epochen der Vergangenheit künstlerisch im Miniaturformat verdichtet dargestellt und so Geschichte spielerisch erlebbar gemacht. Was genau dahinter steckt?  

Beginnen wir mit dem Begriff Diorama, den Robert Packeiser für die Darstellung seiner Kunst wählt. Dioramen sind „Schaukästen, in denen Szenen mit Modellfiguren und -Landschaften vor einem … bemalten Hintergrund dargestellt werden.“ (WIKIPEDIA). Mit über 21 geschichtlichen Dioramen, also kleinen Miniaturwelten, kann Robert zwischenzeitlich aufwarten. Und das ist im vergangenen Jahr auch dem Historischen Museum in Hannover nicht unerkannt geblieben.

Erfolgreichste Ausstellung im Historischen Museum mit 60.000 BesucherInnen

Für seine erste Ausstellung „Geschichte spielen mit PLAYMOBIL – Ein Sammler stellt aus“ bastelte einer der größten Playmobil-Sammler – wenn nicht DER größte – Deutschlands, fünf Welten, die sich den Themen Mittelalter, Barock sowie Städte des 19. und 20. Jahrhunderts widmeten.

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Über 60.000 Besucher sahen die erste große Ausstellung „Ein Sammler stellt aus“ von Robert Packeiser im Historischen Museum in Hannover

Dargestellt wurden historische Szenen, das Leben in den jeweiligen Epochen, verdichtet in einzelnen Dioramen jeweils auf acht Quadratmetern. Dreidimensionale Wimmelbilder – mit tiefem Hintergrund. In allen seiner Dioramen findet man Kunstwerke oder geschichtliche Ereignisse in Miniatur nachgebaut – wie z.B. der ‚arme Poet‘, Luthers Thesenanschlag oder die Rolle der Hanse im Mittelalter.

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Wie bei einem Wimmelbild: Das Prinzip der Verdichtung. Historische Zusammenhänge werden inhaltlich und formal verdichtet dargestellt – es ensteht ein Gesamtkunstwerk, ein historisches Suchspiel, bei dem jeder Quadratzentimeter konzipiert ist.

Übrigens war gleich die erste Ausstellung von Robert Packeiser mit 60.000 BesucherInnen eine der erfolgreichsten überhaupt im Historischen Museum, inklusiv einer terminlichen Verlängerung der Ausstellung, wegen des großen Andrangs.

Zu Besuch beim Meister

Wer ist denn nun eigentlich dieser Robert Packeiser fragten wir uns – und statteten ihm in seiner Werkstatt in Hannovers-Südstadt einen Besuch ab. Wir waren überwältigt. Auf 200 Quadratmetern befinden sich nicht nur zahlreiche seiner Schaubilder sondern auch eine Werkstatt mit (gefühlt) Millionen Playmobil- und Bastelteilen.

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Die Werkstatt von Robert und seinem Team bietet eine Fülle an Entdeckungen. Mit filigraner Handarbeit aus Millionen Bauteilen werden liebevolle Einzelkreationen gebastelt.

Die bisher erschaffenen Miniaturwelten stapeln sich auf drei Ebenen: Jedes Thema ist so präzise und kleinteilig, das man es stundenlang anschauen kann, weil man immer wieder neue Szenen entdeckt. Beeindruckend ist auch die Vielfalt an Einzelkreationen, die das Team rund um Robert kreiert. Mit viel Liebe zum Detail werden kleinste Dinge nachgebaut, oder Teile aus dem Baumarkt weiter verarbeitet. Und da, wo bekannte Spielzeughersteller und Fertigteile nicht das gewünschte Resultat ergeben, hilft ein 3D-Drucker oder filigrane Handarbeit.

Pädagoge für Kunst und Geschichte

Und da sind wir auch schon bei Roberts Beruf: Der gebürtige Bremer kam nach seiner zweiten Staatsprüfung für Lehramt im August 2003 an die Wilhelm-Raabe-Schule Hannover. Und, wer hätte das gedacht, für die Fächer Kunst und Geschichte. Passt!

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Bei Robert in der Werkstatt: Dioramen auf drei Ebenen und Millionen von Bauteile

So ist es auch kein Wunder, dass in vielen seiner Dioramen bekannte Szenen und Bilder des kollektiven Gedächnisses, wie Gemälde oder Fotografien, nachgestellt werden. Ziel ist es, sich intensiver mit der historischen Thematik zu beschäftigen. Sein didaktischer Ansatz ist es das ‚Wesentliches der Geschichte‘ in den  Schaubildern zusammen zu führen, und so das pädagogische Arbeiten mit Kindern, Jugendlichen und Geschichts-Interessierten leichter zu ermöglichen.

Neues Projekt für den Herbst 2019: DDR von Mauerbau bis Mauerfall

Sein neuestes Projekt kommt pünktlich zum 20. Jahrestag des Mauerfalls am 9. November 2019: Die DDR zwischen Mauerbau und Mauerfall.

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Die Mauer fällt (Foto oben)! Mit dem Trabi geht’s „rüber“ über die Grenze (unten links) und die Mauer wird gebaut – hier dem bekannten Foto aus 1961 nachgestellt (Flucht aus dem Fenster – unten rechts).

In diesem Diorama sind viele berühmte Szenen, wie z.B. „Flucht an der Bernauer Straße“,  der Mauerbau und die damit einhergehende Teilung Deutschlands Thema. Das Diorama zeigt das parallele Leben in ‚Ost und West‘, im Alltag und der Freizeit, die Montagsdemonstrationen vor der Wende sowie schließlich den Mauerfall mit Grenzüberquerungen im Trabi und zu Fuß.

So, wie in all seinen Dioramen wichtige Szenen und Bilder des kollektiven Gedächnisses nachgebaut werden.

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Berlin Alexanderplatz, Palast der Republik, Brandenburger Tor, Montagsdemos – Geschichte anschaulich dargestellt.

Wie wäre ein eigener Ausstellungsort in Hannover?

Wo das aktuelle Mauer-Diorama zu sehen sein wird? Auf jeden Fall einige Tage in der Niedersächsischen Landesvertretung in Berlin, vielleicht dann noch in weiteren Museen oder öffentlichen Gebäuden. Aber der eigentliche Traum liegt ganz woanders: „Ich bin noch auf der Suche nach einem Ausstellungsort für das eigene Museum! Dann würden wir einen Verein gründen und unsere Dioramen dauerhaft einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Hamburg hat das Miniatur-Wunderland, warum sollte Hannover nicht seine Geschichtswelten in Miniatur haben?“, so Robert Packeiser.

Gesucht wird daher ein geeignetes Gebäude, eine Halle oder Ähnliches, möglichst gut erreichbar für Kleine und Große. WER eine Idee hat – bitte melden!


Hier die bisherigen Themenwelten, die man übrigens auch gegen Gebühr ausleihen kann! Weitere sind in Planung.

Welt der Dinosaurier • Altsteinzeit / Jungsteinzeit • Das alte Ägypten • Das römische Reich • Die Stadt im Mittelalter • Leben auf dem Land im Mittelalter • Der alte Orient • Der Aufstieg der Städte – Renaissance • Zeit der Entdeckungen • Das alte Amerika • Die höfische Gesellschaft – Barock • Das Zeitalter der Revolutionen • USA: Von den Kolonien zur Unabhängigkeit • Der ferne Osten – Japan • Die Stadt im 19. Jahrhundert • Die goldenen 20er-Jahre • Nachkriegszeit – von der Stunde Null zum Wirtschaftswunder • Die Stadt der 70er- und 80er-Jahre • Zukunft Weltall?


Robert Packeiser
Altenbekener Damm 36
30173 Hannover

Tel.: 0152 01972 2143

playpackeis@yahoo.de
www.21dioramen.de


 

Katja Banik
Katja Banik

Die Idee, Hannover künftig sichtbarer zu machen, kleine Läden und Kultur zu unterstützen sowie interessante Menschen vorzustellen, finde ich toll. Journalistisch arbeiten, Interviews mit Hannoveranern führen sowie in einem wirklich netten Team einen richtig schicken Blog machen – ideal.

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