Markt geht immer!

Buntes Markttreiben ist nicht nur eine beliebte Urlaubsunterhaltung in südlichen oder exotischen Ländern, auch in der norddeutschen Tiefebene hat ein Marktbesuch seinen Reiz. Vielfältige Sinneseindrücke beeindrucken den Marktbesucher nachhaltig. Hannover verfügt über Märkte, die über das ganze Stadtgebiet rund um die Wochentage verteilt sind. Gemüse, Obst, Blumen, Fisch und Fleisch sind hier die Klassiker, aber auch besondere Öle, Honig, selbstgemachte Marmeladen oder Senf sowie griechische, türkische oder andere Spezialitäten und jede Menge Bioprodukte kommen hier täglich frisch auf den Tisch.

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Moltkeplatz-Markt.

Moltkeplatz: Markttreiben mitten in der List
Einmal pro Woche werden in der List die ohnehin sehr knappen Parkplätze noch einmal extrem reduziert. Aber: Das stört niemanden. Denn wenn auf dem Moltkeplatz Markt ist, treffen sich hier die Lister zum morgendlichen Kaffee und Einkauf. Intensive Farben von Blumen und Obst stechen ins Auge. Intensive Gerüche, die deftig vom Imbiss- Blumen- oder Käsestand herüberwabern, verfehlen ihre appetitanregende Wirkung nicht. So geht Markt – aber richtig! Da kommen die Produkte in den Supermärkten in den folienbedeckten Plastikschalen dann doch nicht mehr mit. Kleine Stände, große Auswahl und guter Service; denn oft werden auch individuelle Kundenwünsche in der Folgewoche prompt erfüllt.

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Impressionen auf dem Markt am Moltkeplatz.

Treffpunkt für Nachbarn und Genießer
Der beliebte „Nachbarschaftsschnack“ am Stand mit Freunden und Bekannten, die man schon Monate lang nicht mehr gesehen hat und hier zufällig treffen kann. Der Espresso auf die Schnelle, der Capuccino zum Verweilen, das Biobrot unter dem Arm oder einen frischen Strauß Blumen für die Liebste oder sich selbst, die Eindrücke sind vielfältig. Dazu die getragene Melodie eines südeuropäischen Straßenmusikers, der perfekt zur Markt-Atmosphäre beiträgt und von den Stammbesuchern regelmäßig mit kleinen Gaben bedacht wird.

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Bauernmarkt vor dem Hauptbahnhof Hannover.

Lieber Markt als Discounter
Bei meiner Recherche auf unterschiedlichen Märkten und im Gespräch mit verschiedenen Standbetreibern fiel mir auf, dass bestimmte Orte im Rampenlicht stehen, wie der Molteplatz, Stephansplatz, Lindener Markt oder auch am Samstag der Klagesmarkt. Aber es gibt auch ein „Marktsterben“. Denn Discounter locken mit Niedrigangeboten in die Geschäfte – und dann wird doch der ganze Einkauf dort getätigt. Schade, viel schöner ist es doch, gemütlich mit dem Korb über den Wochenmarkt mit seinen intensiven Sinneseindrücken zu schlendern, zu probieren, zu schnabulieren, Nachbarn zu treffen. Ebenfalls ein Problem bei den Standbesitzern ist die Frage der Nachfolge. Denn wer aus der Familie wird dieses anstrengende Leben als Verkäufer bei Wind und Wetter von früh bis spät übernehmen wollen? Ebenfalls schade: Anscheinend gibt es Konkurrenz zwischen den Standbetreibern von Wochen- und Bauernmärkten. Schön wäre es doch, sich stattdessen zusammenzuschließen …

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Balsam für Seele und Sinne: Markt am Lindner Markt.

Dienstagmittag gibt’s Backfisch …
Die Stände Montag Nachmittag vor dem Bahnhof sind an einer Hand abgezählt, auf dem Klagesmarkt stehen am Dienstag auch nur zwei Wagen: Der Fischladen von Familie Wilke und ein vegetarischer Wagen, der sich auf Kartoffelgerichte und Mittagstisch spezialisiert hat. Und das ist der Grund, warum die beiden auch noch vor Ort sind. Ohne den Mittagstisch würde sich das Geschäft nicht lohnen. Die KundInn/en kommen aus den Büros und stehen geduldig für eine gute Portion Backfisch (Seelachsfilet) mit Kartoffelsalat für 3,50 Euro an (übrigens sehr lecker!). Manche kaufen auch frischen Fisch für Zuhause, der dann erstmal im Bürokühlschrank zwischengelagert wird.

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Herr Wilke in seinem Fischwagen bedient eine lange Schlange zur Mittagszeit am Klagesmarkt.

Geht auf den Markt, kauft bewusst ein!
Auch in Großbuchholz hat sich die Anzahl der Stände verringert, es gibt zeitgleich zwei Märkte: als Bauern- und Wochenmarkt deklariert. Sie bringen jeweils keine zehn Stände zusammen. Um dieser Abwärtsspirale etwas entgegen zu halten, kann ich nur jedem raten: Schaut Euch in Eurer Nachbarschaft um, kauft bewusst dort ein. Die eigene Bequemlichkeit im Griff haben heißt die Devise – ohne kompletten moralischen Anspruch. Gewisse Parallelen meines Nutzungsverhaltens gegenüber dem Onlineversandhandel mit dem großen „A“ oder dem Buchhändler meines Vertrauens sind übrigens nicht rein zufällig.

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Nichts geht mehr … Oder doch? Meist findet man doch mehr als ursprünglich geplant.

Kaufen Sie doch gleich die ganze Kiste …
Wer wissen möchte, wo der beste Markt zu finden ist, sollte sich selber auf den Weg machen und es für sich herausfinden. Schließlich ist jeder Markt doch wortwörtlich „Geschmacksache“. Einer der Klassiker, wo um die Mittagszeit dann auch einmal eine Kiste Erdbeeren oder Gurken günstig abgegeben wird, ist samstags der Klagesmarkt. Dort gibt es eine Ahnung vom Hamburger Fischmarkt. Es wird gerempelt, gehandelt, gepöbelt, aber es gibt wirklich gute Angebote – wenn man spät kommt und die Händler einpacken und ins Wochenende starten wollen. Wer es laut und ein bisschen ruppig mag, dem sei auch die Gilde der Marktschreier am Steintor empfohlen, die sich das nächste Mal zu Sonderverkäufen vom 29. August bis zum 2. September 2018 trifft.


Insgesamt gibt es 26 Wochenmarkt-Standorte im Stadtgebiet von Hannover – von Mini, mit nur zwei Ständen (dienstags auf dem Klagemarkt) bis hin zu Maxi – mit rund 85 Ständen (freitags auf dem Stephansplatz). Hier eine Auswahl  der Wochenmärkte im Stadtgebiet:

  • montags:
    – Ernst-August-Platz (vor dem Hauptbahnhof): 14 bis 18 Uhr
  • dienstags:
    – Lindener Marktplatz: 8 bis 13 Uhr
    – Klagesmarkt (Nordstadt): 8 bis 13 Uhr
    – Roderbruchmarkt (Gr. Buchholz): 14 bis 18 Uhr
  • mittwochs:
    – Moltkeplatz (List): 8 bis 13 Uhr
    – Mühlenberger Markt: 14 bis 18 Uhr
  • donnerstags:
    – Schaperplatz (Kleefels): 8 bis 13 Uhr
    – Lister Meile/Gretchenstraße (List): 14 bis 18 Uhr
  • freitags:
    – Fiedelerplatz (Döhren): 8 bis 13 Uhr
    – Stephansplatz (Südstadt): 8 bis 13 Uhr
    – Davenstedter Markt/Wegsfeld: 14 bis 18 Uhr
  • samstags:
    – Lindener Marktplatz: 8 bis 13 Uhr
    – Klagesmarkt: 8 bis 13 Uhr

Karen Baumhöver-Wegener
Karen Baumhöver-Wegener

Ich begeistere mich für Kultur & Kunst, bin gerne mit dem Rad unterwegs und liebe es Neues zu entdecken und fotografisch festzuhalten. Als Ina mich dann ansprach, ob ich im Verein beim Blog STYLE Hannover nicht mitmachen wollte war ich schnell entschlossen und sagte zu. Als schaffende Künstlerin und Ausstellungskuratorin weiß ich sehr wohl, wie wichtig es ist mehr Öffentlichkeit für Kultur zu schaffen.

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