Große Nase, dicker Bauch – bis 12. August 2018 ***vorbei***

Porträtkarikaturen von 1700 bis heute vom 26. Mai bis zum 12. August 2018 im Wilhelm-Busch-Museum

Kritik an gesellschaftlichen Zuständen oder an Machtmissbrauch – das sind seit jeher Botschaften der Porträtkarikatur. Gerade die Geschichte der Karikatur zeigt eindrucksvoll, welch wichtige Rolle die Bildsatire in den vergangenen Jahrhunderten im Kampf um Meinungs-, Kunst- und Presse-Freiheit gespielt hat: Die Ausstellung »Große Nase, dicker Bauch. Porträtkarikaturen von 1700 bis heute« zeigt diese lange Tradition. Über 84 Werke aus fünf Jahrhunderten wurden dafür ausgewählt: Sie markieren historisch bedeutsame Entwicklungen und geben zugleich Aufschluss über die künstlerische Qualität der Karikatur.

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Bereits im 18. Jahrhundert zeigt beispielsweise R. St. George Mansergh (tätig 1770–1778) spöttisch mit »Timothy Tallow, and his Wife, going to Graves Hall, on a Sunday«, 1772, das dem Menschen nichts Menschliches fremd ist. Das Ehepaar Tallow wirkt auf seiner Kutschfahrt zur Gräberhalle keineswegs betrübt, sondern nutzt die Privatheit der Anreise glücklich versunken für Liebesspiele.

Im 19. Jahrhundert ebnet das aufkommende Zeitungswesen der Karikatur den Weg zum Massenmedium: Das drucktechnische Verfahren der Lithografie erlaubt eine schnelle Produktion von Bildern in hoher Auflage und begünstigt so das Entstehen satirischer Zeitschriften. Ein Meilenstein ist die Gründung des »Simplicissimus« im April 1896. Die Zeitschrift zielte auf die wilhelminische Politik, die bürgerliche Moral, die Kirchen, die Beamten, Juristen und das Militär. Zu den bekanntesten Zeichnern gehören Karl Arnold (1883–1953), Olaf Gulbransson (1873–1958), Eduard Thöny (1866–1950) oder Rudolf Wilke (1873–1908).

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Die ausgestellte Porträtkarikatur hat auch im 20. und 21. Jahrhundert viele Facetten: Sie reicht von Claus Arnold (1919–2014) »Variation über ein Thema von Gernreich (1)«, 1964, die sich mit der Präsentation des ersten »Oben-ohne-Badeanzugs« von Modedesigner Rudi Gernreich beschäftigt, auf den nicht nur eine prüde amerikanische Öffentlichkeit entsetzt reagiert hatte – bis hin zu Erich Sokols (1933–2003) »Bill Clinton«, o. J, in der der ehemalige US-amerikanischer Präsident mit Zigarre im Mund gleich mit vier Strohhalmen aus einem Pappbecher mit Monika-Lewinsky-Aufdruck trinkt.

Auch Fußballfans werden in dieser Ausstellung übrigens auf ihre Kosten kommen:
Volker Ernsting (*1941) hat Fußballgrößen wie Jupp Derwall – Fußballspieler und Trainer
– höchst unterhaltsam karikiert. Die Exponate der Ausstellung »Große Nase, dicker
Bauch. Porträt und Karikaturen« stammen alle aus der Sammlung des Museums Wilhelm
Busch, die einen reichen Bestand an historischen wie zeitgenössischen Karikaturen
aufweist.

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Wilhelm Busch Museum
Georgengarten
30167 Hannover

www.karikatur-museum.de


ÖFFNUNGSZEITEN:                                

  • Dienstag-Sonntag und Feiertage: 11 bis 18 Uhr

Eintritt: Einzelkarte 6,00 €, Ermäßigt 4,00 €, Familienkarte 14,00 €


 

Urbanisten der FHM
Urbanisten der FHM

Kooperations-Partner: Die private FACHHOCHSCHULE des MITTELSTANDS (FHM) in Hannover bietet unter anderem den Studiengang „Medienkommunikation- & Journalismus“ – praxisnah und kompetent. Im Rahmen des Studiums werden Praktika absolviert und so waren auch einige Urbanisten der FHM an der Entstehung von STYLE Hannover beteiligt – und werden es hoffentlich auch zukünftig sein.

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