EISFABRIK – total cool: Kunst, Theater und Tanz

Mitten in der Südstadt gibt es eine wahre Oase der besonderen Art: Die EISFABRIK! Ja, tatsächlich wurde hier früher mal Eis hergestellt! Heute ist sie ein wichtiges und innovatives Kulturzentrum, welches Tanz, Theater, Kunst, Ateliers  und Galerien auf einem Gelände bietet.  

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Die Eisfabtik – Kulturherz der Südstadt

Von der Brauerei zur Eisfabrik zum Zentrum für Kunst, Theater und Tanz

Aber mal von vorn: Zunächst beherbergte der Gebäudekomplex, der 1898 erstellt wurde, die Germania Brauerei. Erst 1917, mitten im Ersten Weltkrieg, erfolgte der Umbau zur Eisfabrik. Hier produzierte die Hannoversche Eishaus- und Waren-Einkaufs-Gesellschaft GmbH (kurz Heuweg) täglich 2.400 Zentner Klareis. Leider wurden 1943 im zweiten Weltkrieg 90 Prozent der Gebäude zerstört – aber auch wieder aufgebaut. Bis 1965 wurde hier noch Eis fabriziert. Dann siedelten sich die ersten Kleingewerbe auf dem Gelände an.

Ende der 70er-Jahre entdeckten Hannovers Künstler das 5.000 Quadratmeter große Gelände mit dem damals ruinenartigen Gebäudekomplex für sich. Es gab Konzerte und Ausstellungen, erste Ateliers siedelten sich an.

Zwei gebürtige Lübecker sorgen für Erhalt und Wiederbelebung der EISFABRIK

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Peter und Wolfgang – die Macher der Eisfabrik und noch viel mehr …

Damals verließ auch Wolfgang A. Piontek seine Heimat Lübeck und zog – zunächst der Liebe wegen – nach Hannover. Er studierte hier an der damaligen Kunsthochschule und machte später sein Künstlerdiplom in Braunschweig. Er fasste in der Künstlerszene zunächst mit Malerei, später mit Bühnenbildnern, Tanz und Theater in Hannover Fuß. Und das war gut so: Denn ihm und seinem Cousin Peter, der 1991 dazu kam, ist es zu verdanken, dass sich die Eisfabrik zu dem entwickelte, was sie heute ist. Ein Ort für Tanz, Theater, Musik und bildende Kunst, Spiel- und Präsentationsstätte ebenso wie Lebens- und Arbeitsraum. 1987 gründet Wolfgang gemeinsam Michael Habelitz die COMMEDIA FUTURA, das Theater in der Eisfabrik.

„Den schönsten Ort in Hannover haben wir uns geschnappt!“

Heute fühlen sich die beiden Lübecker in Hannover, beziehungsweise der Eisfabrik, zuhause. Hier wohnen und hier arbeiten sie. Wolfgang erinnert sich an die Aufbauzeit: „Wir haben quasi aus dieser Ruine Raum für Raum erobert. Es gibt übrigens noch heute einen Raum, der voll ist mit Trümmerschutt! Und immer befanden wir uns irgendwie am Rande des Wahnsinns. Aber man wächst ja bekanntlich mit Orten und Aufgaben. Und wie sagte schon Roncalli-Chef Bernhard Paul: ,Es schützt einen die Naivität des Unwissenden!‘“ 1999 gründeten die beiden den Eisfabrik e.V., der heute Eigentümer und Vermieter der Veranstaltungshallen, Musikübungsräume und -studios sowie Ateliers ist. Auf die Frage, wo es in Hannover am schönsten ist, geben beide die gleiche Antwort: „Den schönsten Ort in Hannover haben wir uns geschnappt!“

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Kreativität auf dem ganzen Gelände

Insgesamt leben und arbeiten heute 28 Menschen auf dem Gelände. Dazu gehören Künstler, Musiker, die Commedia Futura als Betreiber der Spielstätte für Tanz und Theater in der EISFABRIK, das Tanztheater-Ensemble Landerer & Company, die als Theaterkurs und Nachwuchsgruppe angelegte Formation Gören&Rabauken sowie der Verein zur Förderung der Fotografie in Hannover als Betreiber der Galerie für Fotografie (GAF). Kreativität ist hier überall zu spüren, selbst auf den Toiletten, wo Hummer auf Rasen an der Wand entlangkrabbeln, das Toilettenpapier aus einem Vogelhäuschen kommt, Sonnenblumen aus Rohren wachsen oder nackte Frauen an der Wand in den seltsamsten Posen zu sehen sind. Diese wurden übrigens schon einmal übergemalt und dann wieder freigekratzt. Ach ja, die Barbiepuppe steht für Frauenklo, die Ken-Puppe für das Männerklo.

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Kunst überall – auch auf den Toiletten.

Was schätzen die beiden Lübecker so an Hannover? (Außer der Eisfabrik)

Die Südstadt, das Tandure, den Maschsee, Hannover 96, den Zauberlehrling, Eichhorn’s Bio-Küche und den Wochenmarkt auf dem Stephansplatz.

Peter: „Ganz klar, Hannover ist eine verkannte Stadt. Hier gibt es so Vieles, gerade auch im kulturellen Bereich. Die freie Theaterszene hier ist wirklich üppig. Außerdem ist die Stadt schön grün. Es ist ruhig hier, es sei denn, es ist eine Messe. Man kann hier in Ruhe arbeiten.“

Wolfgang: „Ich bin gespannt, ob wir es schaffen, zur Kulturhauptstadt zu werden. Die Szene hat bisher niemand mit ins Boot genommen. Aber ohne sie läuft eigentlich nichts. Mal sehen.“


Eisfabrik
Seilerstraße 15 F
30171 Hannover
Tel.: 0511 – 28 34 59 0

info@eisfabrik.com
www.eisfabrik.com


 

 

Katja Banik
Katja Banik

Die Idee, Hannover künftig sichtbarer zu machen, kleine Läden und Kultur zu unterstützen sowie interessante Menschen vorzustellen, finde ich toll. Journalistisch arbeiten, Interviews mit Hannoveranern führen sowie in einem wirklich netten Team einen richtig schicken Blog machen – ideal.

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