fremd.essen mit Sonja und Mirjana

Food-Festival in Hannover und Region gefragt? Dafür gibt’s die Schlemmer-Schwestern Sonja und Mirjana Schütze mit ihrem Konzept „fremd.essen“. Sie organisieren Streetfood-Events und auch einen Foodtruck für die eigene Party kann man über sie buchen. Wir stellen Euch die beiden Schwestern hier einmal im Interview vor.

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Sonja und Mirjana Schütze, die beiden Schwestern bereichern Hannovers Streetfood-Kultur

Ihr wolltet ja bestimmt nicht schon immer Veranstalter werden oder? Was habt Ihr vorher gemacht?

„Sonja hatte schon länger ein Gewerbe in der Kreativbranche und hat sich schon früh damit selbstverwirklichen können. Ich (Mirjana) habe lange als Angestellte gearbeitet, aber nebenbei schon für unsere Firma gejobt. Irgendwann habe ich gemerkt, dass es viel mehr Spaß macht, für sein eigenes Unternehmen zu arbeiten und habe dann Anfang dieses Jahres diesen Schritt gewagt. Ausserdem wurde die Arbeit für fremd.essen immer mehr, so dass wir es einfach nicht mehr nur nebenbei wuppen konnten.“

Kommt Ihr eigentlich auch aus Hannover?

„Ja, wir sind beide in Wettbergen aufgewachsen und zur Schule gegangen und lieben unsere Stadt! ? Auch wenn hier die Trends immer etwas länger brauchen, versuchen wir beide dem zumindest ein Stück weit entgegen zu wirken ?“

Ihr organisiert ja offensichtlich nicht nur Euch selbst, sondern ganze Foodmärkte. Was für eine Location wäre Euer Favorit, wo Ihr nach Euren Wünschen so einen tollen Markt machen könntet?

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Am meisten Spaß macht es den Food-Schwestern, wenn es allen schmeckt, das Wetter passt und alle zufrieden sind.

Wir haben mit Steinhude, wo wir in 2017 das erste Mal einen Streetfoodmarkt ausgerichtet haben, schon einen unserer Favoriten upgefrühstückt 😉 Als Favorit würde ich gerne alte Fabrikhallen in Hannover nennen, die so aber leider nicht zur Verfügung stehen. Da sind wir weiterhin auf der Suche. Ansonsten hatten wir mal den Traum beim Maschseefest einen eigenen Bereich ,bespielen‘ zu dürfen.“

Wie sieht Euer Tagesablauf aus? Und habt Ihr auch noch Zeit für Hobbys?

„Letztes Jahr haben wir versucht, unsere Firma mit meinem Vollzeitjob, der kleinen 1,5-jährigen Tochter meiner Schwester und diversen Hobbys unter einen Hut zu bekommen. Das ist natürlich nicht immer ganz leicht. Nun arbeite ich auch hauptberuflich in der Firma und habe dementsprechend mehr Zeit. Unser Tagesablauf ist aber bislang so, dass ich vormittags alleine arbeite und wir am Nachmittag meist ein bis zwei Termine haben. Zwischendurch werden Mails geschrieben und Telefonate geführt ?. Sonja arbeitet dann bis spät abends, wenn die Kleine im Bett ist und kümmert sich um unseren Internetauftritt in jeglicher Hinsicht. Selbst und ständig eben.“

Aus welchen Fehlern konntet Ihr bisher lernen? Oder ging von Anfang an alles glatt? 

„Natürlich gab es innerhalb der letzten drei Jahre einige Stolpersteine zu überwinden, aber wir hatten gerade am Anfang auch etwas Glück und haben ein gutes Händchen bewiesen. Es gab Menschen, mit denen wir zusammengearbeitet haben und die wir dann von einer ganz anderen Seite kennenlernen durften. Das kann sowohl negativ, als auch oft positiv sein. Gelernt haben wir, dass wir mehr auf unser Bauchgefühl hören und uns nicht so sehr von Worten blenden lassen. Das hat uns schon oft geholfen.“

Worauf muss man beim Kauf eines Foodtrucks eigentlich achten? (Ihr habt doch auch sicher einen oder?)

„Nein, haben wir leider nicht. Zumindest noch nicht, aber wir bieten auch kein Essen an ?. Wir sind gerade dabei, uns einen Anhänger für unsere Biolimonaden zu suchen. Da werden wir darauf achten, dass unser Auto das Teil ziehen kann, dass er so klein ist, dass wir ihn ohne Anhängerführerschein fahren dürfen und dass er schlussendlich so umgebaut wird, dass er uns optisch gefällt und er den Hygienevorschriften entspricht.“

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Demnächst gibt’s Bionade vom Anhänger aus.

Wenn ich bei Euch buchen möchte, welche Foodvarianten bietet Ihr für meine Party?

„Fremd.essen vermittelt dir den Foodtruck Deiner Wahl. Hast du Lust auf mexikanische Tacos? Dann rollt vielleicht ,Burrico‘ mit seinem grünen Truck an. Oder eine Pizza frisch aus dem Steinofen? Dann kommt Ron von ,Hot Road Pizza‘ in Frage. Es läuft so ab, dass Du uns etwas über dein Event erzählst und wir überlegen, wer dazu passt und dann schicken wir Dir ein Angebot und du kannst daraus auswählen.“

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Alles frisch auf den Grill: Foodtrucker achten auf beste Qualität sowohl beim Einkauf als auch bei der Herstellung.

Wo und wie hat es Euch bisher am meisten Spaß gemacht?

„Am meisten Spaß machen Veranstaltungen, wo die Foodtrucker und die Besucher Spaß haben und glücklich sind. Dann natürlich auch Märkte, wo wir unsere Ideen umsetzen können und merken, dass sich die Arbeit und der Aufwand gelohnt haben. Mein Favorit ist unsere Reihe ,Ballhof isst.fremd‘ und natürlich der Streetfoodmarkt in Steinhude, der zweimal im Jahr stattfindet. Und ja, der Frühstücksmarkt ist unser neuestes Baby, in dem steckt schon viel Herzblut.“

Ihr seid Schwestern und habt gemeinsam eine Firma. Habt Ihr Euch immer so gut verstanden? Oder gibt’s auch mal Streit? Wenn ja, worum geht es?

„Als Schwestern haben wir uns nicht immer gut verstanden, vor allem nicht im ersten Jahrzehnt ?. Das ist ja aber auch normal. Trotzdem haben wir viel Zeit miteinander verbracht und unter anderem einen Büroalltag nachgespielt. Wenn wir jetzt zusammen die Buchhaltung machen, denken wir daran, dass wir genau das machen, was wir uns damals vorgestellt haben. Wir hatten schon früh den Gedanken, beruflich etwas zusammen zu machen, aber dafür waren wir eben auch einfach zu verschieden.

Streit ist nicht das richtige Wort, ich würde es eher Diskussion nennen. Wir sind in vielen Punkten manchmal nicht einer Meinung, aber das ist ja auch normal und nur so kann eine gute Firma funktionieren. Ich (Mirjana) bin manchmal recht schnell euphorisch und Sonja sieht vieles erstmal rational. Nach einiger Zeit treffen wir uns dann in der Mitte. Das ist eigentlich perfekt, denn dadurch treffen wir weder voreilige Entscheidungen, noch passiert es, dass wir Dinge sofort von vornherein ausscheiden lassen.

Das Gute an der Familie ist ja, dass man sich doch irgendwann wieder vertragen muss ?.“

Was ist Euer All-Time-Lieblingsgericht?

„Was für eine Frage! Wir probieren jobbedingt immer wieder gerne Neues aus, damit wir auch wissen, welche Gerichte wir uneingeschränkt empfehlen können. Mirjana isst ja nur vegetarisch und ich (Sonja) teste dann alles, was mit Fleisch zu tun hat. Burger gehen eigentlich immer und in allen Varianten. Süßkartoffelpommes sind klasse und alles, was mit Erdnuss-/Erdnusssoße zu tun hat! ;)“

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Burger gehen immer. Ob vegetarisch oder mit Rind.

Gibt es auch Sachen, die Ihr auf keinen Fall machen werdet? Wenn ja, warum?

„Ich (Sonja) sage ungern, dass ich irgendetwas niemals machen würde. Manchmal ändern sich die Umstände und – zack – kann man sich plötzlich etwas vorstellen, was bisher immer auf der ,Not-to-do-Liste‘ stand. Aber ich glaube, ich kann ausschließen, dass wir jemals einen Konzern wie Coca Cola unterstützen werden, indem wir die Getränke an unserem Stand verkaufen oder bei anderen Ausstellern auf unseren Märkten zulassen. Dafür gibt es einfach viel zu gute kleine Getränke-Start-ups, die es verdient haben, gesehen zu werden.

Ach ja und dass McDonald’s und Co. mit ihren geplanten Foodtrucks einen Standplatz bei uns bekommen, das verbietet schon der Ehrenkodex der Streetfoodveranstalter. Denn das ist nicht das, wofür authentisches Streetfood steht.“

Welche Vorschriften bei Eurer Organisation von Foodmärkten nerven am meisten?

„Naja, die Ordnungsämter legen schon viel Wert auf viele Dinge, die man sich gerne ersparen würde. Zudem kommen natürlich auch Verkehrssicherungsspflichten, die man oft bedenken muss. Was aber echt nervig ist: dass jede noch so kleine Stadt ihre eigenen Vorschriften hat. Mal muss man einen riesen Fragenkatalog ausfüllen und mal interessiert es niemanden, was du da planst. Eine einheitliche Regelung wäre da bestimmt mal angebracht.“

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Yummie: Selbstgebackenes aus dem Foodtruck – auch zum Frühstück!

Und Euer nächstes Projekt?

„Das nennt sich UP-gefrühstückt, eine Veranstaltungsreihe, die wir erstmals im Februar  bei SAM NOK auf die Beine stellen. In wechselnden Locations möchten wir mit Leckereien von mobilen Ständen und aus Foodtrucks verwöhnen. Erstmal dürfen sich die Besucher über Hannovers ersten Frühstücksmarkt freuen, der ganz unter dem Thema Nachhaltigkeit steht. Uns sind bei unseren und auch bei anderen Märkten die Berge an Müll aufgefallen, die entstehen, wenn man etwas „to-go“ isst. Wir wollen bei dieser Veranstaltung darauf aufmerksam machen und bitten alle Gäste zum Beispiel ihr eigenes Geschirr mitzubringen. Außerdem können sich die Besucher über Frühstücksvarianten unserer Foodtrucker freuen. Dazu gehören der Pancake-Frühstücksburger von der Wilderei!  oder selbstgemachte Aufstriche, Marmeladen und Honig aus nachhaltiger Produktion. Zudem sponsert die Bäckereikette Göing 400 Bagels, die erst im April auf den Markt kommen und auch noch ausgewählte Brotsorten, die die ersten Besucher geschenkt bekommen, um alles einmal auszuprobieren.“

Was ist, wenn es stark regnet?

Natürlich haben wir hier vorgesorgt. Wir haben bei Sam Nok einen Raum, wo die Besucher essen können und zusätzlich noch einen Pavillon zum Unterstellen.

Noch ein paar Fragen zu Hannover: 

In welchem Stadtteil fühlt Ihr Euch zuhause?

„Mittlerweile Südstadt und Döhren. Hier wohnen wir, hier arbeiten wir und hier haben wir auch unser Lager. Die Stimmung ist klasse und alles, was wichtig ist, kann man fußläufig erreichen.“

Was macht Hannover so cool (außer Euch natürlich;))?

„Ich mag die Größe der Stadt (nicht zu groß, nicht zu klein) und natürlich die vielen Wälder, grünen Ecken und netten Orte, die es in Hannover gibt. Und irgendwie kennen sich alle ,wichtigen‘ Leute über höchstens zwei Ecken.“

Wo geht Ihr denn selber gern mal essen? Oder gibt’s so was nicht bei Euch?

Mirjana: „Ich gehe gerne indisch essen (Taj Mahal) oder auch türkisch (Kreuzklappe).“

Sonja: „Ich teste gerne neue Burgerläden aus (davon gibt’s ja mittlerweile mehr als genug). Francesca & Fratelli auf der Limmer ist klasse, weil Du Dich fühlst, als wärst Du bei Freunden zuhause. Und mein Lieblingsladen ist das Toni´s in der Altstadt. Da gibt’s handgemachte Pizza in abgefahrenen Sorten und Du kannst dir von jedem ein Stück auswählen, zahlst dann nach Gewicht.“

Welche drei Dinge empfehlt Ihr Besuchern, die zum ersten Mal in Hannover sind?

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Empfehlenswert für Besucher. Das neue Rathaus mit Turmfahrt.

„Den Maschsee, das Rathaus mit Auffahrt und Rundumblick von oben. Aber letzten Endes kann man das Flair, das Hannover ausmacht nicht aufgrund einer einzigen Sehenswürdigkeit aufnehmen. Dazu braucht es einen Besuch beim Maschseefest, eine Shoppingtour durch Linden, einen Kaffeeklatsch im Café Yunana und noch so vieles mehr …“

Katja Banik
Katja Banik

Die Idee, Hannover künftig sichtbarer zu machen, kleine Läden und Kultur zu unterstützen sowie interessante Menschen vorzustellen, finde ich toll. Journalistisch arbeiten, Interviews mit Hannoveranern führen sowie in einem wirklich netten Team einen richtig schicken Blog machen – ideal.

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