Weihnachtsmarkt mit finnischem Dorf und Mittelaltermarkt

Ganz ehrlich? Ich war in Wien, München, Hamburg, Bremen, Münster und vielen kleineren Städten auf den Weihnachtsmärkten, aber für mich gehört Hannovers Weihnachtsmarkt mit zu den schönsten! Warum? Weil er so viel bietet und unter anderem mal eben noch ein finnisches Dorf, einen Tannenwald und einen Mittelaltermarkt integriert! Erwartet werden bis zu 100.000 Gäste – täglich!

Größte begehbare Weihnachtspyramide der Welt

Sie ist mit 18 Metern nicht zu übersehen und setzt einen echten Glanzpunkt auf den Achsen Hauptbahnhof, Kröpcke, Platz der Weltausstellung, Steintor und Opernhaus: Die größte begehbare Pyramide der Welt. Tatsächlich ist das Bauwerk von Rainer Aulich (Brauhaus Ernst August) das heimliche Wahrzeichen des Weihnachtsmarkts in Hannover. Sie ist das Nummer-1-Fotomotiv für fast jeden, der sie zum ersten Mal sieht. Ob Japaner, Amerikaner oder aber auch Hannoveraner: In den Social Media ist der dreistöckige Bau mit den überdimensionalen Flügeln meist fotografiert und ein echter Star. In der ersten Etage haben bis zu 100 Gäste Platz und der Blick über die trubelige weihnachtliche City ist einzigartig. Übrigens darf die Pyramide bis zum 5. Januar 2019 stehen bleiben, auch wenn der Weihnachtsmarkt nur bis zum 22. Dezember 2018 geht.

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Beliebtestes Fotomotiv: Die Weihnachtspyramide

Klassiker rund um die Marktkirche

Rund um die Marktkirche und in der gesamten Altstadt ducken sich rund 190 liebevoll geschmückte Holzhütten, oft bis ins Detail großartig dekoriert (Ihr müsst auch mal auf die Dächer der Holzbuden schauen. Einfach großartig!). Imposant ragt die Marktkirche über die Stände, in deren Inneren es nach Glühwein, Eierpunsch oder Jagertee duftet. Dazu wabern einem Gerüche von frischen Waffeln, Schmalzkuchen, Maronen oder einfach klassischen Imbissbuden um die Nase. Herrlich! Allein schon der Geruch ist pures Weihnachtsfeeling! Vor dem Eingang der Marktkirche steht der imposante Weihnachtsbaum, auf dem Hunderte elektrische Kerzen für winterliches Weihnachtslicht sorgen.

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Auf dem Weihnachtsmarkt kann nicht nur lecker gegessen und getrunken, sondern auch gebacken werden. (c) Roland Schneider (c) Benjamin Peiß

Bei Käthe Wohlfahrt ist die Welt noch in Ordnung

Kult für mich ist jedes Jahr hier die Hütte von Käthe Wohlfahrt, wo ich traditionell vorbeischaue, um zu sehen, was die Holzschnitzer aus dem Erzgebirge im Laufe des Jahres so alles liebevoll und filigran geschnitzt haben. Pyramiden mit bis zu drei Stockwerken stehen dicht an dicht. Darauf kreiseln im Luftzug der Eingangstür bunte Könige, Weihnachts- und Schneemänner, Kamele, Palmen, Hirten mit Kühen, Schäfchen, Ziegen und Eseln. Krippen mit Maria und Joseph stehen in den Regalen, winzige Dreikönige stehen mit ihren Geschenken Schlange an der Krippe, in der das Jesuskind liegt. Schwibbögen in sämtlichen Variationen, beleuchtet, groß und klein, Weihnachtsbaumschmuck in allen Facetten und Formen. Es riecht nach Weihrauch und Räucherstäbchen. Hier ist die Welt noch in Ordnung!

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Überall findet man kleine nette Geschenke, die nur darauf warten, anderen eine Freude zu bereiten. (c) Roland Schneider

Das finnische Dorf: mit Flammlachs und Elchwurst

Weiter geht’s auf den Ballhof, hier ist das Zentrum für Glögi (Beeren-Glühwein), Flammlachs, Stullen mit Elchwurst und finnischen Spezialitäten. Im finnischen Dorf tragen die fleißigen Standhelfer Rot mit Zipfelmütze, viele sprechen – wenn überhaupt – Deutsch mit einem charmanten nordischen Akzent, oft wird aber auch einfach gleich englisch gesprochen. Man versteht sich notfalls mit Händen und Füßen, es wird viel gelacht. Mittelpunkt ist das spitze Zelt, ähnlich einem indianischen Wigwam in Groß. Innen brennen wärmende Feuer in Metallschalen, hier können sich die Besucher beim Glögi aufwärmen und auf den weichen warmen Rentnerfällen auf den Holzbänken ausruhen.

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Direkt vor dem Ballhof hat das finnische Dorf die Zelte aufgeschlagen. Darunter ein echtes Lappenzelt (Foto rechts). (c) Roland Schneider

Met, Metall und Mittelalter

Weiter geht’s in Richtung Historisches Museum und Beginenturm. Auf dem Mittelaltermarkt zeigen Musikanten, mystische Gestalten und Mittelaltervolk bunte Darbietungen und Spezialitäten wie Met (Honigwein) oder selbstgebackenes Hanfbrot. Dazu bieten Seiler, Metallschmiede, Bürsten- und Kerzenmacher oder Bildhauer ihre Ware feil. Besonders schön wird es, wenn es dunkel ist. Überall flackern Fackeln, Feuerkörbe und offene Feuer. Gaukler und Zauberer treten direkt neben der Leine auf der Bühne auf. Es wird mit Feuerkugeln jongliert, erstaunliche Geschichten werden erzählt und Musikstücke mit Instrumenten aufgeführt, die inklusive ihrer Klänge wirklich nicht alltäglich sind. Für mich ein Muss bei jedem Weihnachtsmarktbesuch!

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Feuer-Shows, Gaukler und mittelalterliche Musik, all das vor der Kulisse des Beginen-Turms. (c) Roland Schneider

Munkeln im dichten Tannendickicht

Damit nicht genug: Ein weiteres Highlight ist definitiv der Wunschbrunnenwald. Mitten am Holzmarkt entsteht Jahr für Jahr ein stattlicher Wald aus 50 echten meterhohen Tannen. Diese überdachen majestätisch Fürstenhaus und Fürstenhütte, deren „Bewohner“ viele kulinarische Wünsche erfüllen. Im dunklen Tannendickicht lässt es sich herrlich munkeln. Leise Gespräche drängen aus den vielen undurchsichtigen Ecken hinter dicken Tannenästen ebenso wie Gekicher, manch‘ ein verschmustes Pärchen macht den Wald zum romantischen Treff und freut sich über die dunklen Plätze mit duftendem Tannengrün.

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Dichtes Dickicht, aber trotzdem immer gut besucht: der Wunschbrunnen Wald. (c) Roland Schneider

Der Weihnachtsmarkt Hannover findet bis zum 22. Dezember 2018 statt. Die Pyramide am Kröpcke bleibt bis zum 5. Januar 2019 geöffnet. Lediglich am 1.1. bleibt sie geschlossen.

ÖFFNUNGSZEITEN des Weihnachtsmarkts:

Täglich: 11 bis 21 Uhr (auch am Wochenende!)


 

Katja Banik
Katja Banik

Die Idee, Hannover künftig sichtbarer zu machen, kleine Läden und Kultur zu unterstützen sowie interessante Menschen vorzustellen, finde ich toll. Journalistisch arbeiten, Interviews mit Hannoveranern führen sowie in einem wirklich netten Team einen richtig schicken Blog machen – ideal.

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