Taschenkunst und Börsenfieber – bis 30. Juni 2018 ***vorbei***

In der Sommerausstellung der Handwerksform Hannover spielt das Material Leder die Hauptrolle. Dicht gefolgt von dem Lieblingsaccessoire der Frauen: der Handtasche. Aber natürlich zeigen wir auch Aktentaschen, Laptop- und Tablet-Hüllen, Geldbörsen, Handschuhe, Schuhe und Gürtel und sogar Schmuck aus Leder. 30 angewandte Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland, Belgien, Italien und Schweden sind mit von der Partie.

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Schuhe

Die Schuhe von Bernd Dreßen und seinem Label „Artshock“ verbinden Tradition und Moderne in Design und Handwerk. Er fertigt individuelle Modelle aus pflanzlich gegerbtem Leder in hoher Qualität. Charakteristisch für die Gestaltung ist ein zeitloser Stil mit dezenten Anklängen an den Beginn des 20. Jahrhunderts. Bernd Dreßen hat seine künstlerischen Wurzeln im Theater. Hier hat er in den 90er Jahren die ersten Schuhe für ein Shakespeare Stück entworfen. Wer um diesen Hintergrund weiß, wird von den Namen der einzelne Schuhmodelle nicht überrascht sein, die nach klassischen Opernrollen benannt sind. Manon, Norma, Pamina oder Violetta. Gefertigt werden die von Bernd Dreßen designten Schuhe in einer Familien-Manufaktur in der Provinz Marken in Italien.

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Individuelle Einzelstücke – handmade in Berlin. Das ist das Motto, unter dem die Schuhmachermeisterin Kirstin Hennemann antritt. Mit Hingabe und detektivischem Gespür entwickelt sie für die Füße ihrer Kundinnen und Kunden den absoluten Wunschschuh. Nach einer Schuhmacherlehre bei einem Theaterschuhmachermeister und Gesellenjahren bei einem Orthopädieschuhmachermeister hat sich Kirstin Hennemann 2002 in Berlin selbständig gemacht. In ihrer Maßschuhmacherei in Berlin Prenzlauer Berg fertigt sie handgemachte Einzelstücke nach Maß für Damen und Herren. Vom klassischen schwarzen Derby bis hin zum ausgefallensten extravaganten Modell ist alles möglich. In mehr als 300 Arbeitsschritten erschafft sie in genauester Präzisionsarbeit einen einzigartigen Maß-Schuh. Unter Berücksichtigung des Zusammenspiels von Ästhetik und Physik entsteht ein Modell, das zu 100% auf den Träger zugeschnitten ist. Die Ober- und Futterleder sind Schadstoff getestet und zertifiziert. Die Bodenleder stammen aus der einzigen deutschen Gerberei, die noch Grubengegerbte Leder herstellt. Auf Wunsch arbeiten wir mit auf Allergiker abgestimmten Ledern.

Taschen
Die Besonderheiten der Taschenskulpturen von Imke Ganteför liegen vor allem in der Gestaltung der Form. Ausdrucksvolle und klar sind ihre Lederobjekte, die zum Gebrauch einladen. Imke Ganteför geht es bei ihrer Gestaltung in erster Linie um die Form. Geometrie und Symmetrie sind formgebend, können aber auch abgewandelt und verändert werden und Taschen mit expressivem Auftreten hervorbringen. Unterstützt werden die klaren Formen durch die Wahl des Leders und seine Farbigkeit. Das weiche Innenfutter steht im Kontrast zum stabilen Grundkörper. Ergänzt werden die Taschenskulpturen durch Gürtel, die mit ihrer Farbigkeit des Leders und mit der Form der Schnalle Bezug zur Tasche nehmen

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Am Anfang einer Taschenentwicklung stehen für Wolfgang Olbrisch oft Erinnerungen: die Form eines Steins, der Schattenwurf eines Kleides, die Handbewegung eines Skateboardfahrers. Daraus wird die Idee einer Taschenform entwickelt, werden die ersten Formen aus Papier gefaltet, geschnitten und geklebt. Dann beginnt die Arbeit mit den Modellbauerinnen. Es wird genäht, gedreht, gewendet, neu zusammengesetzt, geredet, resigniert, neu angefangen und bei einem guten Schluss wird ein endgültiges Taschenmodell am Rechner gezeichnet und gebaut. Das Konzept des Labels OLBRISH ist es, dem Markt hochwertige Produkte aus besten Materialien (süddeutsches Rindsnappa, italienische Beschläge) in einer unverwechselbaren Formensprache anzubieten. Wir haben über die Jahre immer an den Produktmerkmalen höchste Qualität und Made in Berlin festgehalten. Auf diese Weise haben wir uns einen Ruf als zuverlässiger Hersteller hochwertiger Handtaschen und Lederbörsen erarbeiten können, der nicht nach Moden schaut, sondern – Zeitgeist hin, Zeitgeist her – seinen Weg mit einer Kollektion unverwechselbarer Olbrish Taschen geht.

Mit der Master-Collection präsentiert Kathi Halama eine neue Taschenlinie für Unabhängigkeit im Alltag und auf vielen Wegen. Inspiriert durch sachliche Funktionalität zitiert die Master-Collection detailtreu und robust Attribute glorreicher Tage. Das natürlich pflanzlich gegerbte Rindsleder in semi-aniliner Optik und Bambus Finish ist nach dem Vorbild der Natur gearbeitet. Das ausgewogene Verhältnis von hochwertigen Material, Ausstattung und Style lässt die Master-Collection für jeden Zweck zu einem zuverlässigen Begleiter werden. Die Herstellung aller Produkte erfolgt hierbei in limitierten Kleinserien unter Beachtung traditioneller Herstellungsweisen. Handwerkliche Täschnerkunst in Verbindung mit Leidenschaft und Sensibilität für Struktur und Form treibt Kathi Halama an. So entstehen authentische und einzigartige Produkte aus pflanzlich gegerbten Rindsleder mit einer gewissen formalen Strenge, produziert Made in Germany.

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Zeitlos, elegant, zurückhaltend und einfach bestechend. Das sind die Taschen von Michael Mayer, der für alle Schritte von der Idee, über den Entwurf bis zum fertigen Objekt verantwortlich zeichnet. Auf der Suche nach qualitativen Ledern ist er in Süddeutschland fündig geworden. Dort bezieht er die Rohware, pflanzlich und regional gegerbt. Nachhaltigkeit und Qualität sind die Kriterien, die ihm wichtig sind. Denn Mayer ist überzeugt, dass erst das harmonische Zusammenspiel von Form, handwerklicher Perfektion und ausgesuchten Materialien das einzigartige Objekt ergibt. Ein Objekt, bei dem auf Ziernähte oder Verschlüsse ohne Funktion verzichtet wird: puristisch, elegant, ästhetisch, nachhaltig, zeitlos. Keine Naht ist überflüssig, kein Beschlag, den es nicht braucht. Prinzipiell werden die Taschen mit der Nähmaschine genäht, wenn erforderlich auch von Hand. Die Bauteile werden unterschiedlich heruntergespalten, geschärft und zusätzlich von Hand nochmals nachgeschärft. Hier kommen die klassischen Feintäschnertechniken zum Tragen. Ein besonderes Merkmal der Taschen sind die offenen Kanten. Das Leder wird seitlich Stoß auf Stoß genäht und nach dem Setzten der Abschlussnaht werden diese mehrfach aufwendig geschliffen, eingefärbt. Alle Modelle werden als Einzelstücke gefertigt. Jedes neue Modell, durchschnittlich eines im Jahr erweitert die Kollektion und bleibt Bestand der Kollektion. Denn die Taschen sind nie aus der Mode, sondern passen sich aufgrund ihr zurückhaltenden Formsprache jeder Mode an.

Sie war schon einmal in einer Ausstellung der Handwerksform Hannover zu Gast: Claudia Santiago Areal. Aber ihre aktuelle Kollektion „Stichted“ ihres Labels „Livealike“ hat uns so überzeugt, dass wir sie unbedingt noch einmal präsentieren wollten. Ihre Taschen sind aus Texon, das gern auch als veganes Leder bezeichnet wird. Texon ist ein Zellulosefaservlies, das mit Latex verfestigt wird, frei von Pentachlorphenol, PVC oder BPA ist. Es ist weder umwelt- noch gesundheitsschädlich. Dafür waschbar und extrem belastbar. Jede Tasche besticht durch ihre klare Linienführung, die sich aber nach und nach als Zeichen des Gebrauchs verliert. Das ursprüngliche Aussehen geht hierbei verloren, der lederähnliche Charakter tritt in den Vordergrund. Die Taschen werden von Hand farbig lasiert, die Papiere werden geschnitten, gefaltet und mit hochfestem Zwirn im Zick-Zack-Stich genäht. Dieser Zierstich schützt vor Rissen und stabilisiert die Kanten.

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Leder und Pelz hatten schon in früher Kindheit eine magische Anziehungskraft auf Petra Warneke. In den 1970iger Jahren fuhr sie immer wieder mit ihrer Mutter in die mondäne Hamburger Innenstadt. Dort fuhren sie in den Kaufhäusern mit den Fahrstühlen und Rolltreppen von Etage zu Etage, und stets ihre Finger im Schutz der Enge an den Pelzmänteln der feinen Damen entlang. So ist es nicht verwunderlich, dass sich Petra Warneke nur wenige Monate nach Beginn ihrer Schneiderlehre die erste Lederhose und den ersten Lederrucksack fertigte. Durch Zusatzausbildungen in Pelz- und Lederverarbeitung hat sie ihr Wissen und Können immer wieder erweitert. Ihre aktuellen Arbeiten zeigen das Ergebnis der letzten anderthalb Jahre, in denen sich Warneke ausschließlich mit alten Verarbeitungs- und Gestaltungstechniken, des pflanzlich gegerbten Leder gewidmet hat. Ihr Ziel war es, mit alten Handwerkstechniken – Handnähen, Kantenverarbeitung, Prägen, Formen und Punzieren – die Sinnlichkeit, unverwechselbare Schönheit und Langlebigkeit des Leders hervorzuheben und es mit der kühlen Eleganz moderner Technik zu verbinden. Alle Arbeiten gibt es als Kleinserie oder als individualisiertes Einzelstück, wobei die Stärke des Leders, seine Farbigkeit und Oberflächengestaltung variabel ist.

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In ihrem eigenen Designstudio arbeitet Karen Wuytens an maßgeschneiderten Entwürfen für ihre Kunden. Ob Accessoire oder Utensil, die Erfahrung des Benutzers mit dem Produkt ist immer ihr Ausgangspunkt. Ausgehend von einem konkreten Bedarf entwickelt sie sich von der Idee zur Lösung und Produktion, wobei jede Entscheidung ganzheitlich betrachtet wird. Sie nutzt explizit die Qualitäten und Eigenschaften von Materialien und verbindet diese mit traditionellem Know-how und technologischen Fertigungstechniken. Sie liebt die Arbeit mit Leder in Kombination mit anderen natürlichen Materialien wie Holz und verbindet die Fähigkeiten eines Handwerkers mit dem Auge eines Designers. In ihren Entwürfen realisiert sie eine gute Balance zwischen der Arbeit mit professionellen Handwerkern und fairen Preisen und bevorzugt die lokale Produktion gegenüber der Massenproduktion in Billiglohnländern. Diese Entscheidungen implizieren ein reines und zeitloses Design, spezifisch für ihr no-nonsense Label. Alle Produkte bestechen durch ihre Authentizität.

Schmuck

Im Mittelpunkt der Arbeit von Christine Demmel steht das Material, nicht nur als stoffliche Komponente, sondern als Medium von Kommunikation. Das Experimentieren mit alternativen Werkstoffen führt sie zu neuen Wegen handwerklicher Verarbeitung, die durch überraschende haptische Effekte ein besonderes Erlebnis schaffen und die Grenzen des Möglichen ausloten: Massives fühlt sich leicht an, Filigranes füllt den Raum, Festes wird formbar. So entsteht Pergament-Schmuck, der durch Geometrie, Transparenz, Volumen, Licht besticht.

Reduziert, sinnlich, skulptural, flächig, auffällig und zugleich zurückhaltend. Der Schmuck von Alessa Joosten ist geprägt von Gegensätzen und bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Design, Mode und Kunst. Die Formsprache ist einfach und auf das Wesentliche reduziert. Den ästhetischen Wert des Schmuckstücks macht die Behandlung des Materials und der Konstruktion selber aus. Dabei interessieren die Schmuckgestalterin vor allem einfach außergewöhnliche Verbindungstechniken wie das Knicken und Biegen, Einschneiden, Zusammenstecken oder Klemmen. Strömungen wie Minimalismus oder Art Déco inspirieren sie in ihrer Arbeit ebenso wie der aktuelle Zeitgeist. Leder als natürlicher Werkstoff inspiriert Alessa Joosten auf vielfache Weise. Sie nutzt das Material sowohl im klassischen Sinn für Handschuhe, verwendet es aber auch für Schmuckarbeiten.

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Nicht aus Leder, aber dem Thema Tasche verpflichtet, sind die sog. Täschchenringe, die Sabine Lang zur Ausstellung beisteuert. Handtaschen im wahrsten Sinne des Wortes. Der Griff der Tasche ist der Ring, der auf den Finger gesteckt die Tasche sicher verschließt. Die Tasche kann entweder sicher geschützt in der Hand getragen werden oder aber auf der Hand. Der  Ringkopf als Zierelement besteht aus: 925 Silber, Stoff, Glasperlen, Aquamarin je nach Modell Ein wenig Kleingeld oder der Haustürschlüssel können in diesen Miniaturhandtaschen leicht versteckt werden. Der Griff der Taschen ist mit einem Edelstein verziert, der farblich passend auf das Leder der Tasche abgestimmt ist.

Sanna Svedestedt begann ihre Arbeit mit Leder im Jahr 2009 während ihrer Abschlussarbeit in Schmuckkunst und Design an der HDK, School of Design and Craft in Göteborg. Sie war auf der Suche nach einem Material mit starker Verbindung zum traditionellen Handwerk, in dem sie Wege finden konnte, einen neuen, unerwarteten und zeitgenössischen Ausdruck zu entwickeln. Natürlich gegerbtes Leder besitzt Eigenschaften, mit denen es möglich ist, kühne Formen zu kreieren, die schwer aussehen, aber überraschend leicht sind, wenn man sie trägt. Svedestedt experimentiert mit alten Formtechniken und Cuir Bouilli (gekochtem Leder). Diese Technik ist denkbar einfach. Vegetabil gegerbtes Leder wird gewässert und dann in kochendes Wasser getaucht, wodurch die Kollagene im Leder denaturieren. Dadurch zieht sich das Leder zusammen und härtet aus. Jedes Stück Leder ist ein Unikat, denn eine vollständige Kontrolle über den Prozess ist nicht möglich.

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Sonstiges

Poufs sind das Trendaccessoire für den Wohnbereich. Man kann wunderbar darauf sitzen. Oder sie auch als Beistelltischchen benutzen. Wir freuen uns ganz besonders, dass wir in der Ausstellung auch eine Reihe von Sitzpoufs aus diversen Ledern vorstellen können. Sie stammen durch die Bank aus der Werkstatt eines Mitgliedsbetriebs der Handwerkskammer Hannover: der Sattlerei von Boris Bielkine. Eigentlich ist Bielkine Spezialist für die Autosattlerei und die Restaurierung von Oldtimern. Aber in den letzten Jahren hat er sein Geschäftsfeld auch auf die Fertigung von ungewöhnlichen Unikaten und Kleinserien erweitert.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer:
Sibylle Berkefeld, Boris Bielkine, Iuliana Rodica Circa, Barbara Clemens, Ulrike Cordes, Markus Damini (I), Christine Demmel, Bernd Dreßen, Martina Finkenstein, Imke Ganteför und Horst Baseniak, Kathi Halama, Kirstin Hennemann, Karl-Henning Hohmann und Beate Sedlacek; Astrid Jansen, Silke Janssen, Alessa Joosten, Kerstin Klockow, Sabine Lang, Michael Mayer, Wolfgang Olbrisch, Anke Runge, Claudia Santiago Areal, Ursula Schneider, Cornelia Schröder, Sanna Svedestedt Carboo (S), Petra Warneke, Sylvia Wegener, Karen Wuytens (BE)


Nacht der Museen:
Samstag, 09. Juni 2018, 18 bis 00.30 Uhr
Rahmenprogramm: 15-Minuten-Führungen durch die Ausstellung, Abenteuer Werkstatt für Groß und Klein, Workshop Taschenkunst mit Claus Dorsch


Handwerksform Hannover
Berliner Allee 17
30175 Hannover

Tel. (05 11) 3 48 59 – 21/-36
Fax (05 11) 3 48 59 – 88

handwerksform@hwk-hannover.de
www.handwerksform.de


ÖFFNUNGSZEITEN:

  • Dienstag – Freitag: 11 bis 18 Uhr
  • Samstag: 11-14 Uhr
  • Sonntag, Montag und an gesetzlichen Feiertagen geschlossen

 

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