Sabrina und die „Shelley Family“

Vom Rheinland nach Hannover

In ihrem ersten Leben war Sabrina Grafikerin. Mit 27 Jahren bereits Geschäftsführerin einer Werbeagentur in Düsseldorf und mit 30 Jahren fiel der gebürtigen Rheinländerin auf, dass sie eigentlich nur noch arbeitete und kein Privatleben mehr hatte. Etwas anderes musste her …

style hannover shelley Sabrina Teuber - Sabrina und die „Shelley Family“
Klar, dass Sabrina selbst auch Fair Fashion trägt. Hier ein Kleid von ARMEDANGELS aus Köln.

Ein Headhunter brachte Sabrina im neuen Jahrtausend nach Hannover, wo sie bei der TUI die Werbeabteilung der damals neuen Marke 1-2-FLY aufbaute. Aber auch hier wuchsen Aufgaben, Stress und Arbeit ins Unermessliche.

Arabischer Frühling veränderte Arbeitsbedingungen bei Touristikanbieter

Also schaute sich Sabrina in der Touristik weiter um und arbeitete sieben Jahre lang bei einem Reiseveranstalter, der auf Ägypten spezialisiert war. Hier wurde sie nach nur einem halben Jahr Abteilungsleiterin erst Prokuristen, dann Geschäftsführerin und in den letzten drei Jahren Gesellschafterin. Doch nach der arabischen Revolution ändert sich Vieles und es lief nicht mehr so wie es sein sollte! Sabrina: „Es war so schade, wir waren ein tolles Team.“ Noch heute hat sie von ihrem Team einen kleinen Pokal, der sie selber in 3D-zeigt mit der Aufschrift „Weltbeste Chefin“.

Fair Trade statt Fast Fashion

Style Hannover Shelley Motto1 - Sabrina und die „Shelley Family“
Witzige Labels weisen im Store auf Sabrinas nachhaltige Philosophien hin.

Sabrina zog die Konsequenz und nahm sich vor, sich dem zu widmen, was sie schon lange umtrieb: Wie kann man dem Thema „Fast Fashion“ begegnen?

Billig für uns, aber für die Macher lebensgefährlich: Mode aus Bangladesch

Denn ein einschneidendes Ereignis hatte sich in Sabrinas Kopf gegraben: Als im April 2013 in Saphir, 25 Kilometer nordwestlich von Dhaka in Bangladesch, das Ran Plaza einstürzte und 1.135 Menschen tötete sowie weitere 2.438 verletzte. In dem Gebäude waren mehrere Textilfirmen untergebracht, deren Näherinnen und Textilarbeiter für mehr als 20 westliche Modefirmen arbeiteten, darunter beispielsweise Zulieferer für die Modekette Primark. Und das bei schlechtesten Arbeitsbedingungen und kümmerlichem Arbeitslohn, der den meisten nicht zum Leben und zum Sterben reicht.

„Sind 1.000 tote Menschen in Indien weniger wert als in den USA?“

Sabrina erinnert sich: „Ich fand es unfassbar, dass zwar ein paar Mal über dieses Unglück berichtet wurde, aber im Vergleich zu 9/11 in New York eigentlich danach nie wieder. Ich fragte mich: Sind diese 1.000 Menschen vielleicht weniger wert als diejenigen, die im World Trade Center ums Leben kamen?“

Aus der Mission wird ein Business

Damals begann sie, sich für Fair Fashion zu interessieren, das heißt: für nachhaltige qualitativ hochwertige Mode, die unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt wird. Sie beschloss 2015 eine Modeboutique zu eröffnen. Mit Fair Fashion. Am 28. März war es dann soweit: shelley’s Concept Store wurde geboren.

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Selbst in den Umkleidekabinen zeigt sich Sabrina kreativ. Jeder Aufhänger hat seinen Sinn.

Mitten im tristen Laatzen zwischen Hochhäusern und dem Leine-Einkaufszentrum findet frau in dieser Trabantenstadt eine richtige kleine Oase: Sabrina bietet hier schicke Mode, die fair gehandelt ist. Hier ist sozusagen die „Shelley-Family“ zuhause – wie Sabrina sich und ihre Kunden nennt. Sabrina: „Das ist wirklich so. Ich habe keine Kunden, sondern Familie“. Und die Familienmitglieder wissen Sabrina zu schätzen: Ihre Kund/inn/en kommen nicht nur aus Laatzen, sondern auch aus Hemmingen, Pattensen, Arnum, Kirchrode, Bemerode, aber auch aus Süd- und Nordstadt.

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Hose, Kleider, Oberteile – fair & bio, aber trotzdem modern & schön.

Das neueste Projekt: Laatzen soll Fairtrade Town werden

Nach Hannover und Garbsen will jetzt auch Laatzen Fairtrade Town werden. Wie das geht, erfahrt Ihr hier. Gemeinsam mit vielen andern Laatzenern tüftelt Sabrina an einem Konzept, wie möglichst viele Beteiligte sowohl im Arbeits- als auch im Privatleben fair und nachhaltig leben.

Heute ist Sabrina zur waschechten Hannoveranerin geworden. Das bewies sie kürzlich mit einem eigens kreierten T-Shirt.

Sabrinas Traum: Noch einen weiteren Laden in der Südstadt, Linden oder in Limmer zu eröffnen.

Wir drücken Dir die Daumen, liebe Sabrina! Und berichten dann gern auch darüber;))

Katja Banik
Katja Banik

Die Idee, Hannover künftig sichtbarer zu machen, kleine Läden und Kultur zu unterstützen sowie interessante Menschen vorzustellen, finde ich toll. Journalistisch arbeiten, Interviews mit Hannoveranern führen sowie in einem wirklich netten Team einen richtig schicken Blog machen – ideal.

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