Guerrilla Girls – The Art of Behaving Badly bis 08. April ***vorbei***

Mit der Ausstellung »The Art of Behaving Badly« der Guerrilla Girls präsentiert die Kestnergesellschaft eine der international bedeutendsten Positionen feministischer Institutionskritik. Seit 1985 operieren die Guerrilla Girls aus den USA als eine anonyme Gruppe von Aktivistinnen, die auf die Unterrepräsentanz von Frauen und People of Color in Galerien, Museen und anderen Kunstinstitutionen aufmerksam machen.

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Guerilla Girls

Mit Plakaten im öffentlichen Raum, Videos, Aktionen, Performances und Publikationen enthüllen sie weit verbreitete Ausgrenzungsmechanismen in der Kunstwelt, die noch bis heute zu einer einseitigen, männlich-weiß dominierten Kunst- und Kulturlandschaft beitragen. Dabei arbeiten sie mit statistischen Methoden, die sie humorvoll und mit karikierender Überspitzung in verschiedenen Formaten umsetzen. Die Kestner Gesellschaft zeigt
erstmals eine institutionelle Einzelausstellung der Guerrilla Girls in Deutschland mit rund 30 ausgewählten Plakaten und Bannern aus den Jahren 1985 bis heute sowie vier Videoarbeiten von 2015 und 2016. Darüber hinaus präsentieren die Guerrilla Girls eine neue Arbeit, die sie in der Auseinandersetzung mit der Geschichte der Kestner Gesellschaft entwickelt haben. Das Engagement der Guerrilla Girls, das seit über 30 Jahren zu einer Kritik und Sensibilisierung gegenüber ungerechter Hierarchie- und Machtstrukturen innerhalb des Kunstsystems beiträgt, erhält mit den Debatten rund um #meetoo und #notsurprised unweigerlich eine besondere Aktualität und Bedeutung.
Anlass zur Gründung der Guerrilla Girls war die Ausstellung »An International Survey of Recent Painting and Sculpture
« im New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) im Jahr 1984. Die von Kynaston McShine (1935-2018) kuratierte Ausstellung hatte den Anspruch, die wichtigsten Positionen der aktuellen zeitgenössischen Kunst zusammenzuführen. Unter den 165 ausgestellten künstlerischen Positionen waren nur 13 weibliche Positionen präsent. Aus Protest zu dieser deutlichen Unterrepräsentanz von Frauen formierten sich 1985 die Guerrilla Girls, selbst Künstlerinnen, die bis heute ihre wahren Identitäten hinter Gorillamasken und den Namen bereits verstorbener Künstlerinnen wie Käthe Kollwitz, Frida Kahlo, Rosa Bonheur oder Eva Hesse verstecken. Seit 1986 beschäftigen sich die Guerrilla Girls neben dem feministischen Diskurs auch mit den Problemen rassistischer Ausgrenzung und Vorurteilen aufgrund von sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität.

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Begonnen haben die Guerrilla Girls mit ihren sogenannten »Weenie Counts«, bei denen die Anzahl an weiblichen und männlichen Künstlern in den großen New Yorker Museen und Kunstgalerien verglichen und durch Plakataktionen im öffentlichen Stadtbild New Yorks sichtbar gemacht wurden. Ganz bewusst griffen die Guerrilla Girls dabei auf das politische und öffentlichkeitswirksame Potential des Plakates zurück. Damit trugen sie die Kritik am scheinbar hermetisch verschlossenen institutionellen Raum in den 1980er Jahren erstmals in den öffentlichen Raum und konfrontieren benjene Institutionen mit ihren Versäumnissen und Defiziten. Viele der kritisierten Institutionen haben seither ihre Sammlungspolitik der Diversität der Kunstwelt angepasst und Plakate der Guerrilla
Girls in ihre Sammlungen aufgenommen, darunter das Museum of Modern Art (MoMA), New York, das Whitney Museum of Art in New York und das Museum Ludwig, Köln.

Von 1985 bis 2000 haben sich rund 60 Frauen als Guerrilla Girls engagiert und im Schutze ihrer Anonymität zahlreiche Projekte erarbeitet. Heute sind noch mehrere Gründungsmitglieder der Guerrilla Girls aktiv und entwickeln weltweit aktuelle Kunst- und Ausstellungsprojekte. Zuletzt beteiligten sich die Guerrilla Girls bei den Protestmärchen »Women’s March« gegen die Politik des U.S. Präsidenten Donald Trump und veranstalten regelmäßig Performances und Vorträge an Universitäten, Schulen und Museen.
Die Ausstellung in der Kestner Gesellschaft wird unterstützt von der Niedersächsischen
Sparkassenstiftung und dem Förderkreis der Kestner Gesellschaft.
Kuratorin der Ausstellung: Elmas Senol


Kestnergesellschaft
Goseriede 11
30159 Hannover

Tel. 0511 – 7012010

kestner@kestnergesellschaft.de 
www.kestnergesellschaft.de


ÖFFNUNGSZEITEN:

  • Montag: geschlossen
  • Täglich und an Feiertagen: 11 bis 18 Uhr
  • Donnerstag: 11 bis 20 Uhr
  • Freitags freier Eintritt

 

Patricia Kuwaczka
Patricia Kuwaczka

Als gebürtige Hannoveranerin liebe ich es, meine Stadt immer wieder aufs Neue zu entdecken und aus verschiedenen Perspektiven kennen zu lernen. Ich studiere Marketing & Kommunikation – ein Blog wie „STYLE Hannover“ ist für mich die perfekte Plattform, um meine Erfahrungen mit anderen zu teilen, neue Leute zu treffen und täglich etwas Bemerkenswertes über Hannover zu erfahren.

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