Gerald Scarfe: Porträts & Karikaturen – bis 12. August 2018 ***vorbei***

Big Heads – von Richard Nixon bis Donald Trump vom 26. Mai bis zum 12. August 2018 im Wilhelm-Busch-Museum

Ob Obama, Merkel, Trump oder Königin Elisabeth II.: Gerald Scarfe kennt keine Gnade, wenn es darum geht, Politiker und Prominente zu charakterisieren – und zu demaskieren. Früh hat sich Scarfe als freiberuflicher Karikaturist etabliert. Seit 1966 zeichnet er politische Karikaturen für die Daily Mail und das Time Magazin, ein Jahr später begann die bis heute andauernde Zusammenarbeit mit der Sunday Times. Das Museum Wilhelm Busch zeigt 105 meist großformatige Zeichnungen des Großmeisters britischen Humors: Eine gesellschaftliche Zeitreise mit gnadenlosen Pointen.

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Theresa May mit dem Brexit

Karikaturen von Gerald Scarfe seit über 50 Jahren

Gerald Scarfe ist einer der führenden Karikaturisten Großbritanniens, der nationale und internationale Politik seit der Zeit des Vietnam-Kriegs kritisch begleitet und kommentiert. Geboren wird er 1936 im Londoner Stadtteil St. John Woods. Kindheit und Jugend sind von Krankheit überschattet: Als Einjähriger erkrankt er an chronischem Asthma, das ihn immer wieder über lange Zeiträume ans Bett fesselt oder zu Krankenhausaufenthalten führt. Seine Gefährten in dieser Zeit sind Bücher, das Radio und – der Zeichenstift. Zeichnen, so Scarfe, war seine Möglichkeit, zu kommunizieren.

Style Hannover Gerald Scarfe Queen - Gerald Scarfe: Porträts & Karikaturen - bis 12. August 2018 ***vorbei***
Auch Queen Elizabeth II ist Thema von Gerald Scarfes Karikaturen

Nach dem Besuch von verschiedenen Kunstschulen, u.a. der Saint Martin’s School of Art (heute Teil der University of Arts London) und des East Ham Technical College arbeitet Gerald Scarfe sechs Jahre lang als Werbezeichner und lernt so gut wie jeden Gegenstand zu zeichnen. Anfang der 1960er-Jahre wendet er sich der Karikatur zu und beginnt mit Veröffentlichungen in satirischen Magazinen wie Private Eye und Punch. Mitte der 1960er-Jahre zeichnet er für kurze Zeit für die Daily Mail, in deren Auftrag er nach Vietnam reist. Seit 1967 ist er für die Sunday Times tätig und hat für Magazine wie Esquire oder Time zahlreiche weitere Reportagereisen unternommen, u.a. nach Berlin, Nordirland, in den Nahen Osten und nach Indien. Scarfe verfolgt politische Debatten im House of Commons, ist bei Wahlkampfveranstaltungen dabei – und sieht sich selbst als zeichnenden Paparazzo, der unbemerkt seine Skizzen macht, aus der sich in seinem Studio dann die Karikaturen entwickeln. Vor allem die Staatenlenker und führenden Politiker stehen im Fokus seiner Karikaturen. International bekannt wurde Scarfe 1979, als er für Pink Floyd das Album-Cover für The Wall entwarf.

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Gerald Scarfe thematisiert Themen, die die Gesellschaft polarisieren wie zum Beispiel die Zerstörung der USA

Überspitzt ehrlich

Seine Karikaturen gehen schonungslos mit den Dargestellten ins Gericht: Theresa May etwa wirkt bei Gerald Scarfe mit markanter Nase, spitzen Fingern und unbeholfener Kör-perhaltung in Brexit-Fragen überfordert, die Wahl Donald Trumps ist die Geburt eines Monsters, das dem Elefanten USA entschlüpft, eine pralle Angela Merkel jagt mit einem Schetterlingsnetz das EU-Sorgenkind Griechenland, und Prinz Charles wird zum großohrigen Pinocchio, der den Ruf hat, mit Pflanzen zu sprechen.

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Prinz Charles wird von Gerald Scarfe als kleines „Dummchen“ dargestellt

Darf die Karikatur so mit Politikern und Prominenten umgehen?

Für die englischen Karikaturisten war dies noch nie eine Frage. Schon vor über zweihundert Jahren hat James Gillray Napoleons abgeschlagenen Kopf auf eine Mistgabel gesteckt – als Warnung an die Adresse des französischen Kaisers, falls er eine Invasion Großbritanniens wagen sollte. Scarfe setzt diese Tradition fort – er will das Unaussprechliche sagen, das Tabu mit einem Witz brechen – , immer mit dem Ziel, seine Meinung zu sagen, seine Sicht der Dinge und seine Einschätzung der Person dem Betrachter unmissverständlich vor Augen zu führen. Eine Karikatur, so Scarfe, ist nicht nur ein großer Kopf, eine große Nase oder große Ohren: Karikatur ist die ganze Person, aber so lange eingekocht und reduziert, bis die Kernsubstanz zum Vorschein kommt. Und die ist nicht immer erfreulich.

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Gezeigt wird ein 105 Zeichnungen umfassender Querschnitt seiner schonungslosen Karikaturen aus fünf Jahrzehnten. Alle in »Gerald Scarfe: Porträts & Karikaturen« ausgestellten Werke werden als Ankauf in die Museumssammlung übergehen.


Wilhelm Busch Museum
Georgengarten
30167 Hannover

www.karikatur-museum.de


ÖFFNUNGSZEITEN:                                

  • Dienstag-Sonntag und Feiertage: 11 bis 18 Uhr

Eintritt: Einzelkarte 6,00 €, Ermäßigt 4,00 €, Familienkarte 14,00 €


 

Janina Kremers
Janina Kremers

Im Rahmen meines Kommunikations-Studiums an der Fachhochschule des Mittelstands lernte ich das Blogprojekt „STYLE Hannover“ kennen. Nun bin ich eine ehemalige FHM-Urbanistin, der Idee eines Blogs für Hannover bin ich aber weiterhin fest verbunden. Es ist toll, Vielfältiges rund um den Lifestyle Hannovers auf dieser Plattform zu sammeln und mit anderen zu teilen.

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