GAF – Lockdown Corona – bis 22. August 2021

Die Ausstellung „Lockdown Corona“ mit Bildern von Peter Turnley, André Lützen, Helena Manhartsberger & Rafael Heygster, Niklas Görke, Ingmar Björn Nolting und Florian Müller findet vom 15. Juli bis zum 22. August 2021 in der GAF statt. 

Warum wird in der GAF eine Corona-Ausstellung gezeigt , wo uns die Pandemie schon seit einem Jahr auf beklemmende Weise in Atem hält?

Zum einen, weil sich Corona in die Geschichte nicht nur unseres Landes unauslöschlich eingeschrieben hat und mit ihren tragischen und existenziellen Auswirkungen zu einem historischen Ereignis geworden ist. Zum anderen, weil viele damit verbundene Geschehnisse und Situationen unserer Alltagssicht auf die Pandemie in den Bildern der Nachrichten verborgen geblieben sind.

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© Peter Turnley

Die 6 FotografInnen der Ausstellung haben sich Corona auf ganz unterschiedliche Weise genähert. Sowohl was die Themen ihrer Bilder betrifft, als auch die fotografische Handschrift, mit der sie Corona fotografiert haben.

Der Amerikaner Peter Turnley zählt zu den bekanntesten Fotojournalisten der Gegenwart. Er hat in über 90 Ländern der Welt 40 Jahre lang die wichtigsten Ereignisse von internationaler geopolitischer und historischer Bedeutung fotografiert. Für seine Arbeit erhielt er zahlreiche Preise und drei Ehrendoktorwürden amerikanischer Universitäten. In der GAF zeigen wir einen großen Ausschnitt seines Buchprojektes »A New York-Paris Visual Diary-The Human Face of Covid-19«. In klassischem Schwarzweiß fotografiert, betrachtet Turnley seine Arbeit als eine »visuelle Hommage an die Menschlickeit aller Helden und Opfer des Weltkrieges gegen den unsichtbaren Feind Covid-19«.

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© Peter Turnley

»Restrected Area« lautet der Titel der Arbeit des Hamburger Fotografen André Lützen. Darin zeigt er Bilder öffentlicher Räume, die normalerweise Orte der Kommunikation, der Begegnung und des Miteinanders sind. Während der Pandemie wurden Absperrbänder, Schutzfolien und Abstandsmarkierungen die neuen Zeichen und Bilder in unserer Wirklichkeit. Nur in der Dunkelheit mit künstlichem Licht fotografiert, wirken seine Bilder wie polizeiliche Tatortfotos.

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© André Lützen

Der Fotografin Helena Lea Manhartsberger und dem Fotografen Rafael Heygster erging es wie den meisten von uns, sie fühlten sich am Anfang der Pandemie »wie in einem surrealen Traum«. Obwohl »Corona Rhapsody« dokumentarisch fotografiert wurde, wirken ihre mit Blitzlicht beleuchteten Fotos wie theatralische Inszenierungen.

Der distopischen Wirkung der Arbeit »Tin City« des Frankfurter Fotografen Niklas Görke, aufgenommen während der Corona-Pandemie in Frankfurt am Main, kann man sich kaum entziehen. Geschuldet ist das auch der ungewöhnlichen Technik des Fotografen. Ausgerüstet mit einem Lastenfahrrad, das er als ein mobiles Labor umgerüstet hat, sind seine Fotografien in dem uralten Kollodiumverfahren aufgenommen worden. Dafür musste er die Aluplatten kurz vor der Aufnahme mit einer lichtempfindlichen Schicht überziehen, in feuchtem Zustand mit einer Großbildkamera ca. 5 Minuten lang belichten und umgehend unter Rotlicht entwickeln. Die Spuren des Prozesses, Verunreinigungen der Chemie und Staub bilden sich ebenfalls auf der Platte ab, die so den Schmutz und Staub der Stadt in sich trägt und den Corona-Lockdown geradezu endzeithaft abbildet.

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© Rhapsody

Kaum jemand hat in Deutschland das Leben während der Corona-Pandemie so breit dokumentiert wie der junge Leipziger Fotograf Ingmar Björn Nolting. »Measure and Middle«, so der Titel seiner Arbeit, bezieht sich auf ein Zitat der Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die sprach sich am Beginn der Pandemie in Deutschland für ein Vorgehen mit »Maß und Mitte« aus. Seit März 2020 verfolgt der Fotograf die Pandemie in Deutschland, um ein umfassendes und persönliches Dokument zu schaffen. Dabei sind ihm viele hintergründige Bilder mit sehr großer Tiefe gelungen.
Noltings Langzeitprojekte wurden mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet und u.a. im TIME Magazine, ZEIT Magazin, GEO und Stern veröffentlicht.

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© Tincity Lastenrad

Die letzte ausgestellte Arbeit in der GAF hat keine klassische Autorenschaft. Sie besteht aus Fotografien, die während der Corona-Pandemie in vielen Ländern der Welt von Überwachungskameras gemacht wurden. Mal unscharf, oder mit Farbrauschen und Farbverschiebungen. Aufgenommen an öffentlichen Plätzen, in Unternehmen, Schulen, Häusern usw.. Auch sie vermitteln einen Aspekt des Corona-Alltags. Gesammelt und für den Bildschirm aufbereitet hat sie der hannoversche Fotograf Florian Müller.


Galerie für Fotografie (GAF)
Seilerstraße 15d
30171 Hannover
Telefon: 0511-89977313

galerie@gafeisfabrik.de
www.gafeisfabrik.de


ÖFFNUNGSZEITEN:

  • Donnerstag – Sonntag: 12 bis 18 Uhr
  • Der Eintritt ist frei

(Email-Anmeldung notwendig)


 

Emilia

Ich bin Emilia, 15 Jahre alt und arbeite im Zuge meines Berufspraktikums für zwei Wochen an Style Hannover mit. Ich habe mich schon immer für das Schreiben und Fotografieren interessiert und freue mich schon darauf, in meiner Zeit hier einiges über den Blog und über die Stadt Hannover zu lernen.

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