Lindens schärfster Shop: Das Pfefferhaus

Hot, hotter, super hot! Jeder kann scharf essen! Man muss es nur regelmäßig tun, um sich daran zu gewöhnen! Davon ist Dennis Degener, dessen familiäre Wurzeln in Indonesien beheimatet sind, überzeugt. Auch seine vierjährigen Kinder essen bereits scharf! Aber jetzt mal von vorn: Weil Dennis mit seinen Kollegen in einer Werbeagentur immer gerne scharf aß, bestellte er zunächst für ein wöchentliches Meeting höllenscharfe Saucen aus den USA und anderen Ländern rund um den Globus.

Da es billiger war, diese damals eher teuren und in Deutschland noch nicht erhältlichen  Saucen per Palette zu bestellen, mutierte sein Wohnzimmer allmählich zu einer Art Saucen-Lager, das der Werbegrafiker über eBay erfolgreich in Kisten und Kartons weiterverkaufte und verschickte. Seinen Job in der Agentur schmiss er schließlich hin, um sich lieber um sein Hobby zu kümmern. Mit Erfolg:

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Dennis Degener demonstriert seine Chilisaucen im Pfefferhaus. Motto: Scharf ist, wer scharf isst!

Deutschlands erstes Chilli-Fachgeschäft

Dennis merkte, dass er im Internet immer häufiger, teilweise mit wortwörtlich abgeschriebenen Texten, von anderen im Internet kopiert wurde, die ebenfalls auf den Chilli-Trip gekommen waren. Und er beschloss daraufhin 2007 ein eigenes Chili-Fachgeschäft zu eröffnen: Das Pfefferhaus in der Limmerstraße. Übrigens Deutschlands erstes Chili-Fachgeschäft. Inzwischen gibt es eine Niederlassung in Berlin und eine Manufaktur in Ricklingen, wo er seine eigenen Saucen frisch fürs Glas, die Gastronomie und Burgerläden selbst zubereitet. Ein weiteres Standbein ist nach wie vor sein Onlinehandel, mit dem alles im Jahr 2005 begonnen hatte.

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Das schärfste Ladengeschäft auf der Limmerstraße: Pfefferhaus.

Chilis gibt’s in 2.000 Varianten

Chili gehören zur Gattung Paprika (Capsicum), es gibt mehr als 2.000 Sorten. Zu den schärfsten gehört die weltbekannte Sorte „Habanero“, die es auch frisch, rot und richtig scharf als Schote im Pfefferhaus zu kaufen gibt (100 Gramm für 2,90 Euro). Chili sind übrigens deshalb scharf, weil sie Capsaicin enthalten –  ein sogenanntes Alkaloid, das bei Tieren und Menschen Hitze- und Schärfereize auslöst. Je mehr davon, je schärfer die Schote.

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Es muss gar nicht immer so scharf sein: Im Pfefferhaus gibt’s auch Gewürze und eine milde Sauce für „Sissies“ (Memmen). Auf dem Glas von Susanna’s Sambal ist übrigens Dennis‘ Großmutter abgebildet.

Wie scharf ist eigentlich scharf?

Um die Schärfe von Paprika-Pflanzen messen zu können erfand bereits im Jahr 1912 der amerikanische Pharmakologe Wilbur L. Scoville einen Test für die Schärfegrade, die von 0 bis heute 16 Millionen nach ihm benannten „Scoville“ gehen. Wer mal probieren möchte: Zu den schärfsten Saucen gehören „Mad Dog’s Revenge“ (1.000.000 Scoville), „Da Bombo – The Final Answer“ (1.500.000 Scoville) und „Mad Dog 375 Pepper Extract“ (5.000.000 Scoville). Dennis verspricht: „Da bleibt kein Auge trocken!“

Da es aber nur wenige Menschen gibt, die diese Saucen auch verdauen können, hört der Schärfegrad im Pfefferhaus bei „nur“ neun Millionen Scoville auf. Und zwar beim „Grim Reaper – Affliction“. Dabei steht der Grim Reaper für einen grimmigen Sensenmann, der übrigens auch auf dem Deckel zu sehen ist, und – Affliction für schlimmes Leid … Laut Dennis dennoch eines der besten Extrakte auf dem Markt, da es keine Bitternote gibt. Nicht ganz billig: 15 Milliliter kosten 34,95 Euro. Hergestellt hat ihn übrigens ein weltweit gereister professsioneller Koch, der sich Grim Reaper nennt und in Wirklichkeit unter dem Namen Russel lebt.

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Scharf, schärfer, am schärfsten – eine Steigerung geht immer.

Die Namen der Saucen sind oft Programm …

… denn wer beispielsweise den „Scared Elephant“ (ängstliches Rüsseltier) kauft, hat es immerhin noch mit 9.000.000 Scoville zu tun. Das Ganze ist tatsächlich im indischen Busch erprobt, um Elefanten mit der geballten Schärfe der Jolokia Chili, die darin zu 38 Prozent enthalten ist, von der Ernte wegzuhalten, indem die Blätter der Pflanzen mit dieser laut Etikett „Madness from India“ eingepinselt werden. Die 200 Milliliter für 6,90 halten garantiert ein paar Monate. Wenn man Chili-Laie – und noch nicht so viel Scoville gewohnt ist. Tatsächlich werdet Ihr garantiert auch keinen Elefanten im Kühlschrank finden, versprochen!

Feurig mit Habaneros kreiert und Teil der „Suicide Sauces“ (Selbstmord-Saucen) ist der „Stinger“ (Stachelinsekt), der bereits mit einer grünen Wespe auf dem Etikett verspricht, schon ganz schön zu stechen. Wer’s noch schärfer mag, traut sich an den „Stinger Special Edition“. Regelrecht sanft ist dagegen der dazu dementsprechend benannte neue „Stinger Suave“, der fruchtig und von jeglicher Schärfe befreit daher kommt. Das Trio gibt’s für 22,95 Euro und ist ein gutes Einstiegsgeschenk für alle, die noch keine Chili-Profis sind.

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Scharf sind nicht nur Inhalt und Verpackung, sondern auch die Namen der Chili-Produkte. Den „Ass Reaper“ (80.000 Scoville) gibt’s für 9,50 Euro. Hier sparen wir die Übersetzung, aber denkt daran: Chili brennt immer zweimal …

Neben den heißen Saucen für BBQ & Co. findet Ihr im Pfefferhaus auch noch Saatgut und Anzucht von Chilis, Chili-Öle, Chutneys und Sambal, Kakao sowie scharfe Schokolade, Senf und die passenden (Info-/Koch-/BBQ-) Bücher zum Sortiment.

Uns hat gefallen, dass auch Dennis für das, was er tut, wortwörtlich brennt. Er ist immer für eine gute Story über Chili & Co. gut, bietet einen tollen Service und macht einem wirklich Lust, in der Zukunft noch schärfer zu werden …


Pfefferhaus
Limmerstraße 16
30451 Hannover

Tel: 0511/22 044 22

info@pfefferhaus.de
www.pfefferhaus.de


ÖFFNUNGSZEITEN
  • Montag – Freitag: 11 bis 19 Uhr
  • Samstag: 11 bis 15 Uhr

 

Karen Baumhöver-Wegener
Karen Baumhöver-Wegener

Ich begeistere mich für Kultur & Kunst, bin gerne mit dem Rad unterwegs und liebe es Neues zu entdecken und fotografisch festzuhalten. Als Ina mich dann ansprach, ob ich im Verein beim Blog STYLE Hannover nicht mitmachen wollte war ich schnell entschlossen und sagte zu. Als schaffende Künstlerin und Ausstellungskuratorin weiß ich sehr wohl, wie wichtig es ist mehr Öffentlichkeit für Kultur zu schaffen.

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